World Online Verringert Verlust im dritten Quartal

Während der niederländische Internetanbieter auf das Angebot des italienischen Providers Tiscali wartet, hat World Online seine Verluste im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal verringert. Anteilseigner Intel will der Fusion zustimmen.

Amsterdam - World Online führt die Verringerung der Verluste auf Kosteneinsparungen zurück. Die Ausgaben für Vertrieb und Marketing seien um 16 Prozent gesunken, hieß es seitens des Unternehmens.

Die Einnahmen aus dem Internetzugangsgeschäft gingen im dritten Quartal allerdings um einen Prozent zurück, teilte World Online mit. Analysten hatten dies im Vorfeld erwartet und darauf hingewiesen, dass im Sommer üblicherweise weniger Nutzer online gingen.

Das dritte Quartal sei daher für die gesamte Branche traditionell sehr schwach. Die Portalumsätze hätten hingegen zugelegt, da die Werbeumsätze mit neuen Dienstleistungen wie Internetchat und Web-Mail gewachsen seien.

Fehlbetrag hat sich verdreifacht

Der Netto-Verlust ist im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr auf 101 Millionen Euro von zuvor 121,32 Millionen Euro gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich der Fehlbetrag jedoch mehr als verdreifacht. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisierung lag bei minus 94,9 Millionen Euro nach 103,7 Millionen Euro im Vorquartal. Der Umsatz stieg unterdessen nur leicht auf 56,9 von zuvor 55,4 Millionen Euro.

Analysten hatten mit einem Rückgang des Ergebnisses gerechnet, jedoch keine konkreten Zahlen genannt. World Online befinde sich in Erwartung der Übernahme durch den italienischen Internetdienstleister Tiscali in einer Warteschleife, hieß es. Am Montag hatte World Online mitgeteilt, das offizielle Übernahmeangebot von Tiscali solle bis zum 6. November vorliegen.

Gesellschafter Intel will Fusion zustimmen

Inzwischen will auch der amerikanische Computerchip-Hersteller Intel nach Informationen aus Verhandlungskreisen der geplanten Übernahme der World Online durch die italienische Tiscali zustimmen. Derzeit ist der US-Konzern mit acht Prozent an World Online beteiligt.

Tiscali hatte eigenen Angaben zufolge bereits Zusagen von 54 Prozent des Aktienkapitals des niederländischen Internetanbieters erhalten. Auch World Online-Hauptaktionär Sandoz Foundation hat der Transaktion bereits zugestimmt.

Prozess gegen World Online geht in die zweite Runde

An einem Amsterdamer Gericht begann Ende September mittlerweile der zweite Prozess gegen World Online und die ABN Amro-Bank. Sie hatte die Aktie des Internetanbieters Mitte März zum Preis von 43 Euro an die Börse gebracht.

Anleger werfen World Online und der Bank vor, durch den Emissionsprospekt, der vor der Börseneinführung verbreitet wurde, nicht korrekt informiert worden zu sein. Denn im Prospekt stand nicht, dass die damalige Chefin von World Online, Nina Brink, rund drei Monate vor dem Börsengang einen Teil ihrer World Online-Aktien für nur sechs Dollar pro Stück an eine US-Investmentgesellschaft verkauft hatte. Die Anwälte der Kläger fordern daher Schadensersatzzahlungen in Höhe von 820 Millionen Euro.

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