Insider-Verdacht Haftbefehle gegen Finanzexperten

Gegen Sascha Opel, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Der Aktionär", und einen weiteren Verdächtigen sind Haftbefehle erlassen worden. Sie sollen Anleger getäuscht und Insider-Wissen missbraucht haben.

Kulmbach/Stuttgart - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte dies am Dienstag. Der Haftbefehl gegen den Journalisten Opel sei inzwischen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, erklärte die Strafverfolgungsbehörde. Der zweite Mann, ein nicht näher genannter Finanzdienstleister aus Stuttgart, sitze noch in Haft.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass die Staatsanwaltschaft den beiden Verdächtigen vorwirft, Anlegern garantierte Gewinne versprochen zu haben.

Anleger hätten in Absprache mit Opel Aktien gekauft. Anschließend wollte der Journalist die Papiere auch durch Einschaltung des Chefredakteurs der Anlegerzeitschrift "Der Aktionär", Bernd Förtsch, gezielt nach oben treiben, heißt es in dem Bericht weiter. Vom Gewinn sollten Opel und der Finanzdienstleister die Hälfte erhalten.

Die beiden Männer hätten die Vorwürfe "im Grunde gestanden", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ihr Hauptvorwurf lautet auf Verstoß gegen das Kreditwesengesetz. Außerdem bestehe der Verdacht der Untreue.

Bereits in der vergangenen Woche durchsuchte die Polizei Wohnungen und Geschäftsräume der Beschuldigten in Kulmbach und Stuttgart. Auch bei einer beteiligten Bank werde ermittelt.

Der Chefredakteur des Anlegermagazins, der als "Börsen-Guru" bekannte Journalist und Fondsberater Förtsch, war bereits im August im Zusammenhang mit dem umstrittenen Börsenspiel beim TV-Kanal 3sat in die Schlagzeilen geraten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.