Borussia Dortmund Anleger zeigen BVB die gelbe Karte

Der Börsenstart des Fußballbundesligisten lässt die meisten Anleger kalt. Die Aktie verlor weiter an Wert.

Frankfurt am Main - Das "Unternehmen Börse" begann wie von Experten vorausgesagt mit Kursverlusten. Die Aktie notierte zuletzt bei zehn Euro und lag damit deutlich unter ihrem Ausgabepreis von elf Euro.

Akitengewinne werden erst 2002 erwartet

Fußball-Aktien gelten in Börsenkreisen als hoch spekulativ und somit riskant. Für die BVB-Aktie erwarten die Fachleute frühestens 2002 Gewinne.

"Kein Grund zur Panik. Die Investoren müssen erst Vertrauen in die Aktien gewinnen. Fußball-Aktien sind eben nicht mit normalen zu vergleichen. Die Dortmunder müssen sich erst an der Börse bewähren", analysiert Englands Sportbörsen-Guru Justin Urquhart Stewart, Chefstockbroker der Barclays-Bank, der seine Erfahrungswerte aus der Entwicklung der 23 englischen börsennotierten Vereinen bezieht.

Insgesamt wurden bei der Emission 13,5 Millionen BVB-Aktien ausgegeben, von denen 71,7 Prozent an renommierte Investmentorganisationen in ganz Europa gingen. Weitere 1,5 Millionen erhielten Konsortialbanken als sogenannte Mehrzuteilungsoptionen. Weitere 25 Prozent der Aktien gingen an private Kleinanleger, drei Prozent an Mitglieder des Vereins sowie 0,3 Prozent an "Freunde und Familie" des Bundesligisten.

Durch den Börsengang erhoffen sich die Dortmunder Einnahmen von rund 330 Millionen Mark.

Experte: Fans sollen lieber Fan-Artikel kaufen

Borussia-Anhängern rät Stewart unterdessen vom Kauf ab. Aus Erfahrung weiß er, dass die Mehrheit der Fans nur eine Aktie kaufen, um sie einzurahmen und über das Bett zu hängen. "Wenn sie ihrem Klub wirklich helfen wollen, dann sollen sie lieber Schals oder andere Merchandising-Artikel kaufen und die Aktien den wahren Investoren, den Leuten mit Geld, überlassen", sagte der englische Börsenfachmann.

Für die Dortmunder Vereinsführung hat hingegen Broker Justin Urquart Stewart noch einige Tipps parat. Denn von den 23 englischen Klubs hat nur Manchester United, der mittlerweile reichste Fußball-Verein der Welt, den Durchbruch geschafft, während die restlichen Premier-League-Vereine an der Börse eher in der Kreisliga spielen.

BVB sollte das Geld nicht in Spieler investieren

"Die Klubs haben vieles falsch gemacht. Dortmund sollte das Geld nicht in Spieler, sondern in die Stadioninfrastruktur, ins Merchandising und in andere Vermögensanlagen investieren. ManU sollte Vorbild für alle sein. Der Verein muss zum Unternehmen werden", erklärt Stewart. Genau dies hat das BVB-Management vor.

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