Brau und Brunnen Verkauf oder Schließung

Der angeschlagene Getränkekonzern steht offenbar vor dem Verkauf von Biermarken. Der Posten des Vorstandschefs Rainer Verstynen soll wackeln.

Berlin/Dortmund - Sollte der Verkauf - darunter Schlösser Alt sowie die Kölsch-Marken Küppers, Sion und Gilden - bis zum Frühjahr 2001 nicht gelingen, dann würden die Brauereien geschlossen. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Für die Marke "Schlösser Alt" habe bereits die dänische Carlsberg-Gruppe Interesse gezeigt. Zu dem solle der Vorstandsvorsitzende, Rainer Verstynen, noch in diesem Jahr abgelöst werden, heißt es weiter.

Brau und Brunnen-Sprecher Klaus Haller wies unterdessen den Bericht zurück. "Keine unserer Biermarken wird verkauft", sagte Haller. Auch von geplanten Standortschließungen und der Ablösung des Vorstandschefs sei ihm nichts bekannt.

Brau und Brunnen will sich auf Kerngeschäft konzentrieren

Noch im September hatte die Dortmunder Brau und Brunnen eine radikale Umbaustrukturierung hin zu einem reinen Getränke-Konzern angekündigt. Der Aufsichtsrat beschloss, sich auf die Kerngeschäftsfelder Bier und alkoholfreie Getränke zu konzentrieren. Als erste Maßnahme sollte die Westdeutsche Mälzerei in Castrop-Rauxel verkauft werden.

Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat den sukzessiven Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien. Die Erlöse aus dem Verkauf sollten der Verbesserung der Ertragslage und dem Abbau von Schulden in Höhe von 350 Millionen Mark dienen.

Zur Misere beigetragen hatte auch die geplatzte Fusion mit der Bayerischen Brau Holding, die zur Münchener Schörghuber-Gruppe gehört. Der Zusammenschluss wurde abgesagt, da sich die Unternehmen nicht auf einheitliche Bewertungskriterien für Brau und Brunnen einigen konnten.

HypoVereinsbank erhöht Druck

Sollten sich die Verkaufsplanungen bestätigen, kann das als Zeichen dafür gesehen werden, dass der Mehrheitsaktionär HypoVereinsbank AG in München den Druck auf den Vorstand des Dortmunder Konzerns erhöht hat. Bislang war die Schließung von Brauereien ausgeschlossen worden.