Großbanken Sagen Geldwäsche den Kampf an

Zum ersten Mal in der Geschichte haben sich elf internationale Banken aus Europa und den USA auf global geltende Grundsätze im Kampf gegen Geldwäsche geeinigt. Aus Deutschland ist nur die Deutsche Bank dabei.

Zürich - Ganz nach dem Prinzip "Kenne Deinen Kunden" wollen die elf Banken künftig mit reichen Kunden nur noch dann Geschäfte machen, wenn sie diese genau kennen. Zudem müssen die Herkunft der angelegten Gelder sowie die Nutznießer der Konten bekannt sein.

Dazu haben sich die Banken auf die so genannten "Wolfsberg-Richtlinien", einem Ehrenkodex für das Privatkundengeschäft, verständigt. Diese übertreffen teilweise die bisherigen gesetzlichen Richtlinien.

Deutsche Bank einziges Geldinstitut aus Deutschland

An der Initiative haben sich neben der Deutschen Bank und den beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse die Banken ABN Amro (Niederlande), Banco Santander (Spanien), Citibank (USA), Chase Manhattan (USA), Barclays Bank (Großbritannien), HSBC (Hongkong/Großbritannien), J. P. Morgan (USA) und Société Generale (Frankreich) beteiligt.

Unterstützt wurden sie bei der Ausarbeitung der Richtlinien von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) und dem Basler Strafrechtler und Vorsitzenden der OECD-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Korruption, Mark Pieth.

Bank haftet mit ihrem Image

Sowohl TI-Präsident Peter Eigen als auch Pieth bezeichneten die Wolfsberg-Richtlinien als wichtigen Schritt. Erstmals seien global geltende Richtlinien formuliert worden, die es erschwerten, Schmiergeldfonds zu schaffen und im regulierten Finanzmarkt Korruptionsgelder einzuschmuggeln. Als spektakulär bezeichnete Pieth, dass die Richtlinien sowohl von europäischen als auch amerikanischen Banken unterzeichnet wurden.

Obwohl ein Verstoß gegen die Wolfsberg-Richtlinien für die fehlbare Bank keine rechtlichen Sanktionen nach sich zieht, glaubt Pieth an die Wirksamkeit des Abkommens. "Die Banken lehnen sich weit aus dem Fenster, wenn sie ihren Namen unter das Dokument setzen und haften mit ihrem Image", sagte er.

Gelder von Politikern sollen kontrolliert werden

Die verabschiedeten Grundsätze werden einige Änderungen mit sich bringen. Vor allem die Schweizer Banken waren in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Geschäftsbeziehungen zu korrupten Staatschefs in die Kritik geraten. Nun sollen Gelder von Politikern, Parteifunktionären und Topmanagern staatlicher Unternehmen von den Banken einer besonders genauen Kontrolle unterzogen werden. Darüber hinaus müssen alle Unterlagen, die im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Verdacht stehen, mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden.

Gespräche seit zwei Jahren geführt

Die Arbeiten an den Richtlinien hatten vor rund neun Monaten begonnen, nachdem bereits vor zwei Jahren erste Gespräche geführt worden waren. Beschlossen wurden sie schließlich im Ausbildungszentrum der Schweizer Großbank UBS auf dem Wolfsberg im thurgauischen Ermatingen. Sie erhielten deshalb die Bezeichnung "Wolfsberg Anti Money Laundering Principles".