Cyberradio Vorstand und Investor liegen im Streit

Internetradio-Chef Olaf Kriewald konnte den Konkurs nicht mehr abwenden. Das Insolvenzverfahren des Web-Radios wird im November eröffnet. Mittlerweile beschuldigen sich Vorstände und Investor gegenseitig am Untergang des Unternehmens schuld zu sein.

Hamburg - Zur Position der beiden Cyberradio-Vorstände, Olaf Kriewald und Stefan Lecher, in dem Verfahren wollte sich Lutz nicht äußern. Die beiden Vorstände waren im Rahmen der Finanzkrise von der Sparta Beteiligungs AG in Hamburg indirekt beschuldigt worden, an der Briefkkastenfirma The Share Company auf der Karibikinsel Dominika beteiligt zu sein. Sie soll dem Hamburger Internet-Unternehmen noch 5,7 Millionen Mark aus einer Kapitalerhöhung schulden.

Beide Vorstände hatten diese Beteiligung jedoch verneint. Inzwischen haben auch einige Mitarbeiter des Internetsenders angekündigt, möglicherweise vor Gericht zu ziehen und gegen die Vorstände zu klagen.

Sparta soll sich zudem nur unter der Bedingung einer Vollplatzierung an der Kapitalerhöhung beteiligt haben. Nachdem Kriewald dann im Nachhinein erklärt hatte, die Platzierung sei doch nicht voll platziert, sei die Sperrung des Kontos erwirkt worden.

Vorstand gibt Sparta Schuld an Finanzmisere

Im Gegenzug hatte Kriewald Sparta die Schuld an der Finanzkrise gegeben. Demnach habe Sparta im April wegen möglicher Rückforderungsansprüche aus der Kapitalerhöhung einen Pfändungsbeschluss erwirkt. Die Aktionärin aus der Karibik habe deshalb aufgrund der nun unsicheren Finanzsituation ihren Beitrag zur Kapitalerhöhung nicht in voller Höhe bezahlt.

Der Konkursverwalter rechnet nicht damit, dass der Unternehmensmantel während des voraussichtlich "mindestens drei Jahre" dauernden Verfahrens einen Käufer finden wird. Hingegen stellen der in 14 Ländern geschützte Domainname sowie die Wort- und Bildrechte der Radiostation seiner Ansicht nach einen interessanten Wert dar.