Altavista Gewinnt Streit gegen Cybersquatter

Die Suchmaschine hat den Prozess gegen den virtuellen Hausbesetzer Grandtotalfinances gewonnen. Dieser hat sich darauf spezialisiert, Internet-Adressen mit falsch geschriebenen Namen bekannter Marken zu betreiben.

Genf - Im Streit um das Nutzungsrecht für bekannte Internet-Adressen hat das Schiedsgericht der Vereinten Nationen (UNO) erneut zu Gunsten einer großen Firma entschieden.

Die World Intellectual Property Organisation (WIPO) in Genf untersagte am Montag virtuellen Hausbesetzern - "Cybersquattern" - die weitere Nutzung von insgesamt 43 Namens-Variationen der Internet-Suchmaschine Altavista.

In seiner Klage hatte Altavista der Firma Grandtotalfinances mit Sitz in Panama und Lettland vorgeworfen, mindestens 244 Internet-Adressen mit falsch geschriebenen Namen berühmter Marken zu betreiben.

Hausbesetzer besitzt Namensvariationen von Swissair und VW

Grandtotalfinances habe die Seiten mit Namen wie actavista.com, aliavista.com oder autavista.com in böser Absicht registrieren lassen, begründete die WIPO ihre Entscheidung. Auch die Aufmachung der beanstandeten Seiten sei dem des Originals täuschend ähnlich gewesen. Altavista ist eine der größten Internetsuchmaschinen mit rund 40 Millionen Rechercheanfragen pro Tag. Sie gehört der Internet investor CMGI Inc in Boston. Altavista zufolge beansprucht Grandtotalfinances auch Namens-Variationen anderer Firmen wie www.swisair.com und www.volswagen.com für sich.

Cybersquatter lassen Web-Adressen mit den Namen berühmter Künstler oder Marken für sich registrieren, um sie später Gewinn bringend an die Inhaber der Markenrechte zu verkaufen. Dagegen geht die WIPO in jüngster Zeit verstärkt vor. Vor zwei Wochen hatte die US-Popmusikerin Madonna mit Hilfe der Organisation den Streit gegen einen Cybersquatter gewonnen, der die Adresse www.madonna.com besetzt hielt. Auch der Internetanbieter Yahoo entschied im August einen ähnlichen Streit für sich.