Nissan Der Patient atmet wieder

Firmenchef Carlos Ghosn scheint seine Mission zu erfüllen. Unter seiner Führung hat der desolate Autokonzern das beste Ergebnis seit zehn Jahren eingefahren.

Tokio - Nissan-Präsident Carlos Ghosn berichtete am Montag von einem konsolidierten operativen Gewinn im ersten Halbjahr von 136,6 Milliarden Yen. Das sind 1,43 Milliarden Euro. Die Ergebnisse lägen deutlich über den Erwartungen.

Nach vorläufigen Zahlen habe der japanische Autokonzern damit in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2000 das beste Ergebnis seit zehn Jahren eingefahren. Nissan habe seine Gewinnprognosen für das Jahr 2000 verdoppelt und den zu erwartenden operativen Gewinn mit 220 Milliarden Yen angesetzt.

Ghosn war im vergangenen Jahr vom französischen Autokonzern Renaul gesandt worden, um den japanischen Automobilhersteller wieder zu beleben. Seit Juni bekleidet er den Präsidenten-Sessel von Nissan Motor. Renault ist mit 36,8 Prozent Hauptanteilseigner bei Nissan.

"Die ehrgeizigen Ziele konnten übertroffen werden", gibt sich der Präsident zufrieden. Ob die Wiederbelebung geglückt ist, bleibt dennoch fraglich. Es ist nicht sicher, das Nissan künftig in Japan mit einer Serie von Neuheiten Terrain zurückgewinnen kann, angesichts der harten Konkurrenz durch die beiden Marktführer Toyota und Honda. Der Europa-Absatz dürfte nachhaltig durch die Euro-Schwäche belastet werden.

Die Halbjahresergebnisse sind nach Konzernangaben in erster Linie durch Kosteneinsparungen - vor allem im Einkauf - erreicht worden.