Post Zumwinkel vom Erfolg überzeugt

Post-Chef Klaus Zumwinkel ist fest von einem Erfolg des im November geplanten Börsengangs seines Konzerns überzeugt. Er rechnet mit einer mehrfachen Überzeichnung der Emission.

Frankfurt am Main - Von einem "abflauenden Interesse" an den Aktien der Post könne keinesfalls die Rede sein, sagte Zumwinkel weiter. Auch der für Privatisierungen zuständige Staatssekretär im Finanzministerium, Manfred Overhaus, zeigte sich für den Erfolg des Post-Börsengangs zuversichtlich. Er kündigte zugleich an, dass die "Aktie Gelb" im März in den Dax aufgenommen wird. Overhaus zufolge will der Bund die Einnahmen aus dem Börsengang zur Finanzierung von Beamten-Pensionen verwenden.

Am 20. November soll die Post-Aktie in Handel an allen deutschen Börsen gehen und Privatanlegern in weiteren sechs europäischen Ländern angeboten werden. Darüber hinaus ist eine Privatplatzierung in den USA und ein öffentliches Angebot in Japan geplant.

300 Millionen Euro Dividende noch in 2000

Zumwinkel kündigte an, dass die Käufer der "Aktie Gelb" von vorneherein am unternehmerischen Erfolg der Firma teilhaben sollen. "Vorbehaltlich der Gremiumsbeschlüsse beabsichtigen wir eine Dividende von etwa 300 Millionen Euro für das Jahr 2000 zu zahlen", sagte er. Rein rechnerisch entspricht dies rund 27 Cents je Aktie.

Ab 2001 sei geplant, eine Dividende von 25 bis 30 Prozent des Jahresüberschusses zu zahlen. Den möglichen Überschuss für dieses Jahr wollte der Konzern-Chef nicht nennen. Finanzvorstand Edgar Ernst deutete jedoch an, dass die Analysten-Prognosen von 1,5 Milliarden Euro realistisch seien. In den ersten sechs Monaten 2000 hatte die Post ihren Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,14 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Post-Aktie: "Fünf Millionen haben Interesse"

Für den Kauf der "Aktie Gelb" sprächen einige "schlagkräftige Argumente" wie die globale Positionierung der Post und die Wachstumsperspektiven der Logistik-Branche, erklärte Zumwinkel weiter. Auch verfüge der Konzern über einen starken Cash-Flow, aus dem weitere Firmenübernahmen finanziert werden könnten.

Aus der "guten alten Post" sei ein modernes Dienstleistungsunternehmen entstanden, unterstrich Zumwinkel. Mit Blick auf die zu erwartende Nachfrage sagte Finanzchef Ernst, dass Umfragen zufolge acht Prozent der erwachsenen Deutschen ein Interesse an der Post-Aktie hätten, was knapp fünf Millionen Menschen entspreche.

Kein Kommentar zum Ausgabepreis

Den von Analysten prognostizierten Ausgabepreise von rund 20 Euro für die "Aktie Gelb" wollte Ernst nicht kommentieren. Finanz-Staatsekretär Overhaus sagte mit Blick auf den vom Markt erwarteten Ausgabepreis, dass es bei der Privatisierung der ersten Tranche weniger darum gehe, die Aktien "für den tollsten Preis zu verkaufen", sondern dass zunächst der erste Schritt der Privatisierung gemacht werden müsse.

Für den Bund komme es darauf an, einen "optimalen Verkaufspreis" für den gesamten Zeitraum der Privatisierung zu erzielen.