Commerzbank Verliert Millionen bei Jupiter

Die 505 Millionen Pfund teure Fondsfirma Jupiter droht zu einem wertlosen Investment zu werden. Firmengründer John Duffield zieht gegen die neue Mutter Commerzbank vor Gericht. Nun laufen auch noch Experten und Kunden davon.

London - Jupiter Asset Management erwartet, dass Anleger im laufenden Jahr rund eine Milliarde Dollar Kapital abziehen werden. Im vergangenen Jahr hatte Jupiter bereits eine halbe Milliarde verloren. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Als Ursache der neuen Massenflucht gilt eine Klage, die John Duffield vor Gericht gegen das Mutterhaus Commerzbank eingereicht hat.

Goldener Handschlag und trotzdem Streit

Die Firma war vor fünf Jahren von der Commerzbank zum Teil gekauft worden. Im Mai hatten die Frankfurter den Rest der Anteile übernommen. Allein das kostete die Bank 505 Millionen Pfund. Davon erhielt Jupiter-Gründer John Duffield 175 Millionen Pfund.

Ein wahrhaft goldener Handschlag. Der hielt jedoch Duffield nicht davon ab, sich mit anderen Führungskräften gemeinsam mit der Bank über die künftige Bezahlung streiten.

Duffield verliess Jupiter und zieht nun gegen die Bank vor Gericht. Er will außerdem eine Konkurrenz-Firma aufbauen und lässt seine Verträge prüfen, die ihm untersagen, bei Jupiter Mitarbeiter und Kunden abzuwerben - eine übliche Konkurrenz-Klausel.

Zuvor hatte bereits Star-Fondsmanager William Littlewood das Unternehmen verlassen - nach eigenen Information aus gesundheitlichen Gründen.

Fondsfirma gerät außer Kontrolle

Seitdem wird es für Jupiter schwieriger, Kunden zu halten. Zur Zeit verliert die Firma je 100 Pfund, die neu investiert werden, 40 Pfund aus altem Vermögen. Das entspricht in etwa dem Branchenschnitt, ist aber deutlich schlechter als von Jupiter gewohnt.

Jupiter European Investment Trust ist sogar einen Schritt weiter gegangen: Die Fondsfirma mit 170 Millionen Pfund Anlagekapital bietet ihren Kunden seit kurzem auch die Dienste des Wettbewerbers Aberdeen an. Fünf der sieben Jupiter-Direktoren sollen bereits zu Aberdeen gewechselt sein.

Noch mal 100 Millionen für die Besten

Die Commerzbank ist nun in der Zwickmühle. Die teuren Investmentbanker werden nun noch teurer. Die Bank will jetzt mehr als 100 Millionen Pfund pro Jahr in Aktienoptionen an die besten Jupiter-Fondsmanager ausschütten, damit diese nicht zu Duffield oder einem anderen Wettbewerber abwandern.

Diese Investition kommt zum bereits gezahlten Kaufpreis von 505 Millionen Pfund dazu - der freilich nicht viel wert ist, wenn Jupiter ohne Leute da steht.