Microsoft Eine Milliarde Dollar für Satelliten-TV

Software-Mogul Bill Gates und Nachrichten-Mogul Rupert Murdoch wollen beim Satelliten-TV gemeinsame Sache machen. Microsoft erhielte einen weiteren Vertriebskanal für Programme, die interaktives Fernsehen ermöglichen.

Redmond - Microsoft will 3,5 Prozent an Sky Global Networks kaufen, dem weltgrössten Betreiber von TV-Satelliten. Dafür möchte Bill Gates rund eine Milliarde Dollar investieren, berichtet das "Asian Wall Street Journal".

Die Verhandlungen zwischen Microsoft und Sky, einer Tochter von Rupert Murdochs News Corp., würden "flüssig fortschreiten", schreibt das Blatt.

Murdoch erhielte mit dem Investment die Chance, seine Tochter Sky Global noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen und trotz der Kursflaute bei Medien-Werten weltweit noch einen guten Preis zu erzielen.

Der Einstieg von Microsoft für rund eine Milliarde Dollar bewerte Sky Global mit 30 Milliarden Dollar - Ende September hatte Murdoch noch einen Wert von 40 Milliarden angekündigt.

Seitdem musste der Mutterkonzern News Corp. jedoch Gewinneinbussen im US-Markt einräumen. Der für November geplante Börsengang von Sky Global wurde vorerst verschoben.

Das Börsengeld für Sky Global würde Murdoch, so wird spekuliert, umgehend wieder ausgeben. Er ist daran interessiert, das führende US-Satelliten-TV-Netzwerk DirecTV zu übernehmen, das derzeit von der General-Motors-Tochter Hughes Electronics betrieben wird.

Microsoft bekäme ein komplettes TV-Netzwerk zum Vertrieb seiner Programme für das interaktive Fernsehen. Das Unternehmen hat Probleme mit diesen Programmen, die Wettbewerber Liberate Technologies und OpenTV könnten Microsoft diesen Markt abnehmen.

Sky Global sendet alle TV-Programme von News Corp. in Asien und Lateinamerika. Die Firma bringt zusätzlich Beteiligungen an British Sky Broadcasting (BSkyB) und Gemstar-TV Guide International mit.

Bill Gates ist aber nicht der einzige Interessent bei Sky Global. Auch Yahoo und Nokia sollen in Gesprächen sein. Die französische Vivendi soll ebenfalls sehr weit sein.

Vivendi muss seine Beteiligung an BSkyB verkaufen, um den Kauf von Seagram und Canal Plus genehmigt zu bekommen - die Franzosen könnten die Anteile auch einfach gegen Sky Global-Papiere tauschen.