Börse heute Dax behauptet sich

Der Dax hat sich zu Wochenbeginn fest präsentiert. Vor allem die Autowerte überzeugten mit deutlichen Gewinnen. Die Wachstumswerte fielen im Sog der Nasdaq.

Frankfurt am Main - Der Dax schloss bei 6926 Punkten und damit um 0,03 Prozent hauchdünn im Plus. Am Neuen Markt büßte der Nemax-50 dagegen 0,28 Prozent auf 4767 Punkte ein. Die im M-Dax zusammengefassten Unternehmen legten um 0,82 Prozent auf 4920 Zähler zu.

Die Wall Street notierte zum Börsenschluss in Deutschland uneinheitlich. Der Dow Jones gewann 1,96 Prozent auf 10.798 Punkte hinzu. Die Nasdaq verlor 2,54 Prozent auf 3195 Zähler.

Schwache Umsätze in Frankfurt

"Die Umsätze blieben aber unter dem Durchschnitt zurück", beurteilte Aktienhändler Alexander Simon Schackmann von der Frankfurter Citibank die Handelsaktivität in den drei wichtigsten Frankfurter Börsensegmenten.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten Autowerte. DaimlerChrysler kletterten um 1,42 Prozent auf 52,03 Euro. Volkswagen verteuerten sich um 1,81 Prozent auf 56,10 Euro.

Porsche-Vorzugsaktien schlossen im M-Dax um 3,58 Prozent fester bei 4050 Euro. Ein Frankfurter Händler begründete die Kursgewinne mit einem Favoritenwechsel: "Investoren steigen von den europäischen Telekom-Aktien in Autowerte um."

Die Volkswagen-Aktie profitiere zudem von den guten Zahlen, die der Wolfsburger Konzern am vergangenen Freitag vorgelegt hatte. Die Aktie der Deutschen Telekom verlor 2,44 Prozent auf 44,01 Euro.

Schering enttäuscht die Analysten

Nach Vorlage der Neunmonatszahlen gab die Aktie des Berliner Pharmakonzerns Schering deutlich nach. Der Titel verbilligte sich um 4,46 Prozent auf 66 Euro und bildete die schwächste Aktie im Dax.

"Die Ergebnisse liegen unter den Erwartungen des Marktes", begründete Analystin Petra Meyer von Sal. Oppenheim diese Kursverluste.

Hightech-Werte fallen im Sog der Nasdaq

Auch die meisten Technologieaktien im Dax mussten im Sog einer schwächeren Nasdaq Kursverluste hinnehmen. Die Aktie des Herstellers für elektronische Bauelemente Epcos gab um 2,20 Prozent auf 89 Euro nach.

SAP verbilligten sich um 2,54 Prozent auf 230 Euro. Siemens drehte hingegen nach Anfangsverlusten ins Plus und verteuerten sich um 2,14 Prozent auf 147,40 Euro.

Von einer Hochstufung profitierte die Aktie des Wiesbadener Industriekonzerns Linde. Das Papier legte um 3,14 Prozent auf 48,40 Euro zu. Ebenfalls als gesucht erwiesen sich im späten Handel Konsumwerte: Metro legten 4,38 Prozent auf 49,06 Euro zu und führten den Dax an. KarstadtQuelle gewannen 3,05 Prozent auf 38,80 Euro.

Schlechte Stimmung an der Nasdaq belastet den Neuen Markt

Die Wachstumswerte am Neuen Markt haben ihre Eröffnungsgewinne abgegeben und sind im Handelsverlauf ins Minus gerutscht. Händler machten insbesondere die unstabile Tendenz bei den US-Technologieaktien verantwortlich.

Nachdem sich die deutschen Wachstumswerte zum Ende der Vorwoche etwas von den Vorgaben ihrer US-Pendants lösen konnten, ließen sie sich zum Wochenauftakt in einer orientierungslosen Sitzung wieder von den schlechten Vorgaben aus den USA anstecken, fasste ein Frankfurter Händler den Tag zusammen.

Die Stimmung sei sehr schlecht, betonte auch eine Händlerin aus München. Selbst gute Unternehmensergebnisse würden derzeit ignoriert und der Markt sei lediglich bereit auch negative Nachrichten zu reagieren. Diese seien dann auch aus den Ergebnissen einiger Indexschwergewichte am Montag rausgelesen worden.

Singulus-Papiere rutschten ab

Singulus seien beispielsweise trotz über den Erwartungen liegender Unternehmenszahlen unter Druck geraten, betonte die Münchnerin. Der Anbieter von CD- und DVD-Produktionsanlagen hob seine Umsatzprognose für 2000 um 40 Millionen Mark auf 700 Millionen Mark an.

Analysten stuften die Aktien wegen limitierter Wachstumsfantasie und verschlechterter Aussichten ab. Singulus-Aktien waren mit minus 15,94 Prozent auf 50,35 Euro der Tagesverlierer im Nemax-50.

Norcom gerieten mit minus 9,92 Prozent auf 40,82 Euro ebenfalls nach der Vorlage vorläufiger Zahlen für die ersten neun Monate kräftig unter Druck. Das Münchner E-Security und E-Business Unternehmen hatte seien Umsatz im Jahresvergleich um 180 Prozent auf mehr als 24 Millionen Euro gesteigert.

Das Konzernergebnis habe bei plus 150.000 Euro gelegen. Händlern und Analysten zufolge seien die Zahlen unerwartet gut ausgefallen. Zudem hat sich Norcom mit 17,9 Prozent an dem norwegischen Jungunternehmen CognIT beteiligt.

CE Consumer Electronics steigerten den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach Goodwill-Abschreibungen in den ersten neun Monaten um 330 Prozent auf 18,80 Millionen Mark, der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 565 Prozent auf 298 Millionen Mark.

Die Aktien des Münchner Chip-Brokers verloren nach Eröffnungsgewinnen und einem starken Anstieg am Freitag zuletzt 3,85 Prozent auf 32,69 Euro.

Europas Börsen im Plus

Die Börse in London verzeichnete nach ruhigem Geschäft leichte Gewinne. Die Aktienkurse in Paris schlossen gut behauptet. Der EuroStoxx-50 der wichtigsten Aktien in Euroland wuchs um 0,31 Prozent auf 4981 Punkte.

Noch keine Trendwende beim Euro

Der Euro hat sich wegen der Veröffentlichung robuster US-Konjunkturdaten am Montag nicht über der Marke von 85 Cents halten können. Noch am Mittag konnte die Gemeinschaftswährung deutlich bis auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 85,28 US-Cents zulegen.

Am Abend notierte der Euro mit 84,28/30 Cents. Mit dem Zwei-Wochen-Hoch von 85,28 Cent hatte sich die Gemeinschaftswährung seit dem Rekordtief vom vergangenen Donnerstag bei 82,28 Cents um mehr als drei Cents erholt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 84,82 (83,24) Cents festgestellt.