Deutsche Post "Aktie Gelb" kostet 18 bis 23 Euro

Nach monatelanger Vorbereitung und Werbegetrommel beginnt am Montag die Zeichnungsfrist für die "Aktie Gelb". Die neue Post-Aktie wird für 18 bis 23 Euro angeboten.

Bonn - Anleger, die die "Aktie Gelb" bis zum 10. November zeichnen, erhalten einen Rabatt von 0,50 Euro auf den endgültigen Ausgabepreis. Als weiterer Kaufanreiz winken kostenlose Bonus-Aktien, teilte die Deutsche Post nach einer gemeinsamen Entscheidungen mit dem Bundesfinanzministerium mit.

Privatanleger können die Aktien knapp drei Wochen lang bei Banken und Sparkassen bis zum 16. November bei Postbanken bis zum 13. November zeichnen. Für institutionelle Investoren endet die Frist am 17. November.

Kleinanleger müssen mindestens 50 Stück zeichnen. Um die Bonus-Aktien zu erhalten, muss der Anleger die gezeichneten und zugeteilten Papiere zwei Jahre lang im Depot halten. Für je 15 Aktien soll es eine dieser Treue-Aktie geben. Erster Handelstag ist der 20. November. Der endgültige Ausgabepreis soll am 19. November bekannt gegeben werden.

Die Bookbuildings-Spanne für die "Aktie Gelb" liegt in den Experten-Schätzungen. Analysten gehen davon aus, dass der Titel zu einem Preis um die 20 Euro zugeteilt wird.

Einer der bisher größten Börsengänge

Bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption für die beteiligten Banken werde sich ein Emissionsvolumen zwischen 5,8 und 7,4 Milliarden Euro ergeben, berichten Bundesfinanzministerium und Post. Dies bedeute einen der bisher größten Börsengänge in Deutschland.

Bei der Börseneinführung wird der Bund als Eigentümer 25 Prozent seiner gesamten Aktien direkt zum Verkauf anbieten. Damit kommen 278,2 Millionen Aktien auf den Markt. Die Mehrzuteilungsreserve für die Banken umfasst weitere 41,7 Millionen Aktien. Dies entspricht einer Gesamtplatzierung von rund 29 Prozent des gesamten Aktienkapitals.

Neben bis zu 29 Prozent angebotenen Aktien sollen bis zu knapp 21 Prozent der Anteile zum Handel zugelassen werden.

Risiken liegen in der Liberalisierung

Als Risiken für die künftige Ertragslage der Post werden im Börsenprospekt die anhängigen Wettbewerbsverfahren in Brüssel, das Auslaufen des Briefmonopols Ende 2002 und die weitere Öffnung des Marktes für Konkurrenten durch die Regulierung genannt.

Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel sagte, trotz der Konkurrenz durch die elektronische Kommunikation rechne er auch beim Standardbrief mit Wachstumsraten von ein bis zwei Prozent jährlich in den kommenden zehn Jahren.

Geschäftsfelder sollen neu gewichtet werden

In etwa drei bis fünf Jahren solle die Briefsparte nur noch rund die Hälfte - momentan rund 77 Prozent - zum Konzerngewinn beitragen, so Zumwinkel. Dann sollen auch die übrigen Bereiche Logistik, Paket/Express und Postbank rund 50 Prozent ausmachen.

Der Jahresumsatz der Post wird in diesem Jahr voraussichtlich bei rund 30 Milliarden Euro (1999: 22,4 Milliarden Euro) liegen. Im 1. Halbjahr 2000 betrug der Umsatz 15,7 Milliarden Euro. Auch beim Gewinn wird ein sattes Plus erwartet. Im 1. Halbjahr 2000 stieg der Ertrag auf 1,4 Milliarden Euro - plus 141 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 1999.