Top fünf Dax-Aktien Die fünf günstigsten Dax-Aktien nach Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis

Wann ist eine Dax-Aktie günstig und damit ein möglicher Kauf? Das KGV ist ein Indikator, das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) ein weiterer. Dax-Aktien, die laut PEG besonders günstig bewertet sind, sind zuletzt aus guten Gründen gefallen - sie versprechen aber Erholung.
Von Julia Groth
Knifflige Entscheidung: Viele Aktien haben an der Börse teils kräftig eingebüßt. Doch sind sie deshalb schon günstig bewertet? Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis, auch Price-Earning to Growth-Ratio genannt (PEG), kann als Kennziffer mehr Orientierung bieten.

Knifflige Entscheidung: Viele Aktien haben an der Börse teils kräftig eingebüßt. Doch sind sie deshalb schon günstig bewertet? Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis, auch Price-Earning to Growth-Ratio genannt (PEG), kann als Kennziffer mehr Orientierung bieten.

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

An der Börse ist es wie im Supermarkt: Kunden wollen möglichst günstig einkaufen. Während selbst ungeübte Einkäufer erkennen, dass eine Packung Toastbrot für zehn Euro ziemlich teuer ist und eine Salami für zehn Cent ziemlich günstig, lässt sich der Preis von Aktien nur schwer einordnen.

An der Börse werden Erwartungen gehandelt. Der aktuelle Kurs einer Aktie muss deshalb in Relation zur erwarteten Kursentwicklung betrachtet werden, die wiederum von verschiedenen Faktoren abhängt, vor allem vom voraussichtlichen Gewinn des betreffenden Unternehmens. Mehrere Kennzahlen helfen bei der Einschätzung. Eine der wichtigsten, aber auch kompliziertesten ist das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis, auch Price-Earning to Growth-Ratio genannt, kurz: PEG.

Das PEG ist sozusagen die Ratio einer Ratio: Sie setzt eine Kennzahl, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das seinerseits bereits eine Relation anzeigt, in eine weitere Relation. Das KGV gibt das Verhältnis des Unternehmensgewinns je Aktie zum aktuellen Aktienkurs an. Zur Berechnung des PEG setzt man wiederum das KGV in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum des Unternehmens in den kommenden Jahren.

Bei einem PEG von eins gilt eine Aktie als fair bewertet. Ist das PEG kleiner als eins, gilt die Aktie als unterbewertet, also als günstig. Liegt es höher, ist die Aktie überbewertet, also teuer.

Diese Faustregel ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. So müsste etwa ein negatives PEG auf den ersten Blick ein gutes Zeichen sein. Ist es aber nicht: Es zeigt in der Regel einen starken Gewinnrückgang beim betreffenden Unternehmen an. Im deutschen Leitindex Dax  weisen derzeit die Titel von Münchener Rück und K+S ein negatives PEG auf.

Deutsche Lufthansa (PEG: 0,17): Sturzflug wegen Streiks

Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) beträgt 0,17

Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) beträgt 0,17

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Die Lufthansa-Aktie  ging im Sommer in den Sturzflug über, nachdem die Fluggesellschaft ihre Gewinnprognose für 2015 nach unten korrigiert hatte, unter anderem wegen der teuren Pilotenstreiks seit April. Anleger sorgen sich seitdem um ihre Dividende. Mittlerweile liegt der Aktienkurs so tief wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das Unternehmen hält aber an seiner Gewinnprognose für 2014 fest. Im kommenden Jahr dürfte sich zudem der gefallene Ölpreis in den Lufthansa-Zahlen positiv bemerkbar machen, schätzen Analysten. Seit Mitte Oktober zeigt der Aktienkurs deshalb wieder zaghafte Tendenzen nach oben.

Commerzbank (PEG: 0,27): Viel Licht, viel Schatten

Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) beträgt 0,27

Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) beträgt 0,27

Foto: DPA

Der Aktienkurs der Commerzbank  tendiert seit Mai seitwärts, zuletzt ging es nach einer leichten Erholung wieder bergab. Die Bank, die seit der Finanzkrise 2009 zum Teil in Staatsbesitz ist, hat nach jahrelangem Sparkurs ihre Altlasten reduziert und konnte im dritten Quartal ihren operativen Gewinn deutlich stärker steigern, als Analysten erwartet hatten. Für den schwankenden Aktienkurs gibt es allerdings gute Gründe: Die anhaltenden Niedrigzinsen, das wenig profitable Filialgeschäft und mögliche Strafzahlungen belasten den Ausblick. Anleger müssen sich auf weitere wackelige Monate einstellen.

Deutsche Bank (PEG: 0,27): Rechtsstreits verhageln das Ergebnis

Die Deutsche Bank ist mit einem Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) von 0,27 nicht besser oder schlechter dran als die Commerzbank

Die Deutsche Bank ist mit einem Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) von 0,27 nicht besser oder schlechter dran als die Commerzbank

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Wer Aktien der Deutschen Bank  im Depot hat, hatte in den vergangenen Monaten nicht viel zu lachen. Seit Januar ist der Aktienkurs des Geldinstituts stetig gefallen. Hohe Rückstellungen für Rechtsstreite haben der Bank zuletzt einen Quartalsverlust beschert. Strafzahlungen für die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor könnten sie in den kommenden Monaten zusätzlich belasten. Das Tagesgeschäft läuft zwar rund - das hat Anlegern im laufenden Jahr aber offensichtlich nicht gereicht. Von der günstigen Bewertung sollten sich nur risikofreudige Anleger locken lassen, urteilen Analysten.

ThyssenKrupp (PEG: 0,29): Riese in Restrukturierung

Etwas weniger günstig erscheint die Aktie von ThyssenKrupp mit einem PEG von 0,29

Etwas weniger günstig erscheint die Aktie von ThyssenKrupp mit einem PEG von 0,29

Foto: Federico Gambarini/ picture alliance / dpa

Der Aktienkurs des Stahlriesen ThyssenKrupp  durchlebte im laufenden Jahr ein stetes Auf und Ab, sodass die Aktie mittlerweile fast wieder dort steht, wo sie zu Jahresbeginn gestanden hatte. Der Konzern steckt mitten in einer Umstrukturierung, nachdem er sich in den vergangenen Jahren mit einer ambitionierten Wachstumsstrategie verhoben hatte. Analysten zeigen sich vorsichtig optimistisch, dass ThyssenKrupp seinen Gewinn steigern und Aktionären wieder eine Dividende zahlen wird. Bis zur Veröffentlichung der aktuellen Unternehmenszahlen in der laufenden Woche [KW 47] bleibt das aber Spekulation.

Lanxess (PEG: 0,47): Strikter Sparkurs

Lanxess-Aktie: Laut PEG-Definition günstig bewertet, aber eine Erholung scheint vorerst nicht in Sicht

Lanxess-Aktie: Laut PEG-Definition günstig bewertet, aber eine Erholung scheint vorerst nicht in Sicht

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Der Kurs der Lanxess-Aktie  ist seit März stark gefallen. Eine Erholung scheint nicht in Sicht: Gerade erst hat der Spezialchemie-Konzern angekündigt, bis Ende 2016 weltweit 1000 Stellen zu streichen. Allein in Deutschland sollen 500 Jobs wegfallen. Lanxess leidet unter scharfem Wettbewerb, Überkapazitäten und der schleppenden Entwicklung in der Automobilindustrie, einem der wichtigsten Kunden des Konzerns. Das vierte Quartal könnte dem Unternehmen Verluste bringen - mittelfristig dürfte Lanxess aber seinen Gewinn dank der harten Spaßmaßnahmen wieder steigern können, schätzen Analysten.