Ansturm auf "Blauer Planet Erde" Bundesbank rationiert neue Fünf-Euro-Münze

Von mm-newsdesk
"Blauer Planet Erde". Das ist der Name der seit Donnerstag erhältlichen neuen Fünf-Euro-Münze. Die sogenannte "Tri-Material-Coin" hat in der Mitte einen durchsichtigen, blau schimmernden Ring aus Kunststoff, der Euromünzen in Zukunft besser vor Fälschungen schützen soll.

"Blauer Planet Erde". Das ist der Name der seit Donnerstag erhältlichen neuen Fünf-Euro-Münze. Die sogenannte "Tri-Material-Coin" hat in der Mitte einen durchsichtigen, blau schimmernden Ring aus Kunststoff, der Euromünzen in Zukunft besser vor Fälschungen schützen soll.

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Seit Donnerstag gibt es in Deutschland eine neue Geldmünze: eine Fünf-Euro-Münze. Vermutlich wird das neue, als fälschungssicher geltende Geldstück wohl nicht so schnell in Ihrem Portemonnaie landen. Denn die Fünf-Euro-Münze ist - auch wenn man damit bezahlen kann - zunächst einmal eher als Sammlerstück gedacht.

Die Bundesbank begrenzt den erwarteten Ansturm auf die Münze: Damit möglichst viele Menschen die Münze mit dem blauen Plastikring erwerben könnten, sei die Ausgabe in den Filialen der Bundesbank auf ein Exemplar pro Person und Tag beschränkt, erklärte die Zentralbank. Lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu der neuen Münze:

Was ist das Besondere an der neuen Münze?

In die Münze ist ein lichtdurchlässiger Kunststoffring eingelassen - eine "Weltneuheit im Münzbereich", wie das Bundesfinanzministerium bei der Vorstellung der Münze verkündete. Der schmale blaue Polymerring trennt den inneren Metallkreis und den äußeren Metallring. Weil die Münze somit aus drei Teilen besteht, sprechen Fachleute von einer "Tri Material Coin".

Acht Jahre tüftelten Experten in Baden-Württemberg und Bayern an der Münze "Planet Erde". Sie zeigt auf der Vorderseite des inneren Kreises den Bundesadler und auf der Rückseite einen stilisierten Ausschnitt der Weltkarte. Der blaue Kunststoffring soll die Erdatmosphäre symbolisieren, der äußere Metallring zeigt auf der Rückseite das Weltall.

Weil der Ring zudem als Isolierschicht zwischen den beiden Metallkomponenten wirkt, könnten aber auch Automaten echte Münzen besser von falschen unterscheiden. Den Polymerring herzustellen und einzubauen sei dagegen sehr komplex, heißt es.

Wird der Fünf-Euro-Schein ersetzt?

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Nein - zumal die Banknotenserie gerade überarbeitet wird und seit Mai 2013 ein neuer Fünfer mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen im Umlauf ist. Auch den Zehner und den Zwanziger der neuen "Europa"-Serie gibt es bereits. Allerdings kursiert schon länger die Hoffnung auf Einführung einer Fünf-Euro-Münze - schließlich gab es zu D-Mark-Zeiten auch eine Münze mit diesem Nennwert.

"Es gibt schon seit längerem von Vielen den Wunsch, den Fünfer auch als Münze zu haben", konstatiert Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. "Insofern ist es durchaus interessant, dass der deutsche Finanzminister jetzt eine Fünf-Euro-Münze, die zudem technisch innovativ ist, in Umlauf bringt."

Wie viele Fünf-Euro-Münzen werden hergestellt?

Zunächst 2,25 Millionen Stück. Die 250.000 Stück davon in der höherwertigen Prägequalität "Spiegelglanz" sind bereits ausverkauft. Die offizielle Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland (VfS) lässt auf ihrer Internetseite wissen: "Aufgrund der hohen Nachfrage können Bestellungen für diese Münze nicht mehr entgegengenommen werden."

Zwei Millionen Stück der Fünf-Euro-Münze in "Stempelglanz" sind von heute (14. April) an zum Nennwert von fünf Euro bei den Filialen der Deutschen Bundesbank sowie vielen Kreditinstituten erhältlich.

Wird die neue Technik für fälschungssichere Münzen genutzt?

Fachleute schließen nicht aus, dass die Idee mit dem Kunststoffring Schule machen wird. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) berichtete Anfang der Woche, die neue Münztechnologie habe bereits großes Interesse im Ausland geweckt. Konkrete Pläne, diese Technik in Europa in großem Stil in der Münzprägung einzusetzen, gibt es derzeit nach Angaben des Bundesfinanzministeriums nicht: "Es gibt derzeit keine Überlegungen, Fünf-Euro-Münzen in Europa in Umlauf zu bringen."

Anders als die Euro-Banknoten fallen die Münzen der Gemeinschaftswährung nach wie vor in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Länder und nicht in den der Europäischen Zentralbank (EZB). Beabsichtigt ein Land Sondermünzen herauszugeben, muss es die EU-Kommission darüber in Kenntnis setzen.

Sind Falschmünzen überhaupt so ein großes Problem?

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Geldfälscher setzen in der Regel auf Banknoten mit höherem Wert. Daher ist in Europa die Zahl der Blüten - auf insgesamt niedrigem Niveau - deutlich größer als die der Falschmünzen. In Deutschland geht die Zahl gefälschter Euro-Münzen nach Bundesbank-Angaben seit 2007 (82.000 Stück) stetig zurück : Im vergangenen Jahr waren es 34.129 Stück, zu 80 Prozent Zwei-Euro-Münzen.

Auch in Europa insgesamt gab als wieder einen Rückgang bei Münzfälschungen : von 192.200 im Jahr 2014 auf 142.000 im vergangenen Jahr. Das war der niedrigste Stand seit 2005 (100.000 Euro-Münzfälschungen in Europa).

Dagegen wurden 2015 so viele Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen wie nie seit Einführung des Euro-Bargeldes 2002: 899 000 gefälschte Scheine zählte die Europäische Zentralbank (EZB). Rund 11 Prozent davon (95.357 Stück) entdeckten Banken, Handel und Polizei in Deutschland - auch dies der höchste Stand seit Einführung der gemeinsamen Währung.

rei/dpa/Reuters

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