Gerüchte um 200-Milliarden-Vermögen Der Reichtum des Wladimir Putin

Flugzeuge, Jachten, Paläste und Unmengen an Geld auf Konten in der Schweiz oder Liechtenstein - über den Reichtum von Russlands Präsidenten Putin wird seit Jahren spekuliert. Ein Kenner der Materie hat jetzt eine 200-Milliarden-Dollar-Behauptung in die Welt gesetzt.
Gerüchte um 200-Milliarden-Vermögen: Der Reichtum des Wladimir Putin

Gerüchte um 200-Milliarden-Vermögen: Der Reichtum des Wladimir Putin

Foto: DPA

Wladimir Putin ist zum vierten Mal in Folge zum Präsidenten Russlands gewählt worden. Mit 76,6 Prozent der Stimmen hat der 65-Jährige das beste Ergebnis seiner bisherigen Karriere eingefahren und bleibt für weitere sechs Jahre im Amt.

Fotostrecke

Flugzeuge, Uhren, Öl-Aktien: Was Putin besitzen soll

Foto: Virginia Mayo/ AP

Die Wiederwahl galt bereits im Vorfeld als sicher. Oppositionsnahe russische Wahlbeobachter berichteten von Hunderten Manipulationsversuchen wie Mehrfachabstimmung.

Hilfreich für Putin ist dabei sicherlich auch sein Vermögen. Laut der offiziellen Wahlliste besitzt Putin eine Wohnung mit 77 Quadratmetern und eine Garage mit 18 Quadratmetern.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Doch das dürfte weit entfernt von dem tatsächlichen Vermögen Putins sein. Immer wieder wird über die Höhe spekuliert, unter anderem hatte der amerikanische Hedgefonds-Gründer und Russland-Kenner Bill Browder Spekulationen über den Reichtum des russischen Präsidenten Wladimir Putin neue Nahrung gegeben. In einem Interview mit dem US-Sender CNN  schätzte Browder das private Vermögen Putins auf 200 Milliarden Dollar.

Damit wäre der russische Präsident nicht nur der reichste Mann Russlands und Europas, sondern gleich der ganzen Welt. Gängige Reichstenlisten etwa vom US-Magazin "Forbes" führen derzeit Microsoft-Gründer Bill Gates als reichsten Menschen auf dem Planeten, mit einem Vermögen von knapp 80 Milliarden Dollar.

Tatsächlich weiß Browder über Russland mehr als manch anderer in der Finanzbranche. Mit seinem Investmentunternehmen Hermitage Capital Management war er früher ein Unterstützer Putins und galt zeitweise als größter Auslandsinvestor des Landes. Die Hermitage-Investments in Russland beliefen sich einem Bericht der "Welt"  zufolge zeitweilig auf bis zu vier Milliarden Dollar.

Dann wendete sich jedoch das Blatt: Browder geriet mit dem Kreml überkreuz, 2005 wurde ihm die Einreise nach Russland verweigert. Später wurden seine Firmen in Putins Reich mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung liquidiert. Browders Anwalt in Russland starb einige Zeit später in Haft unter ungeklärten Umständen . Aus dem Putin-Freund Browder war ein erbitterter Gegner des Kreml-Chefs geworden.

Flugzeuge, Jachten, Paläste

In seinem Interview mit CNN sagte Browder nun, einige Leute würden Putin für den reichsten Mann der Welt oder einen der reichsten halten. In den 14 Jahren, die Putin an der Macht sei, habe das Land eine Menge Geld gemacht, das nicht in Schulen, Straßen oder Krankenhäuser gesteckt worden sei. All dieses Geld, so Browder, befinde sich in Immobilien, auf Schweizer Bankkonten, in Aktien oder Hedgefonds, verwaltet für Putin und seine Getreuen.

Insbesondere in den ersten acht bis zehn Jahren an der Spitze, so Browder im CNN-Interview, sei es Putin vor allem darum gegangen, so viel Geld wie möglich beiseite zu schaffen.

Tatsächlich erlebte die russische Wirtschaft zu Beginn der 2000er Jahre, als Wladimir Putin erstmals das Präsidentenamt übernommen hatte, einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Wachstumsraten lagen regelmäßig bei 7 bis 8 Prozent. Spekulationen, der frühere KGB-Offizier könnte in dieser Zeit gemeinsam mit anderen heutigen Oligarchen enorme Reichtümer angehäuft haben, gibt es schon lange.

Die Russland-Expertin Karen Dawisha von der Miami University in Ohio beispielsweise taxierte Putins Vermögen zuletzt in einem Buch auf etwa 40 Milliarden Dollar.  Der russische Präsident verfüge über Flugzeuge, Jachten, Paläste sowie eine Uhrensammlung im Wert von 700.000 Dollar, so die Autorin.

Putins heimliche Aktienpakete

Auch anderswo kursiert seit Jahren die Angabe, Putins Privatvermögen habe ein Volumen von etwa 40 Milliarden Dollar. Sie geht zurück auf Äußerungen, die der russische Politologe Stanislaw Belkowski 2007 gegenüber den Zeitungen "Die Welt"  und "The Guardian"  gemacht hat. Belkowski hatte seinerzeit aber bereits hinzugefügt, Putins Vermögen könnte auch "viel höher" sein.

Hintergrund: 2007, gegen Ende der zweiten Amtszeit Putins als Präsident, wurde in Russland viel über die Zukunft des Mannes an der Staatsspitze diskutiert. Denn eine unmittelbar anknüpfende dritte Amtszeit war laut russischer Verfassung nicht möglich.

Belkowski, Anfang der 2000er Jahre selbst in Diensten des russischen Präsidenten, sprach in dem Zusammenhang mit der "Welt" über die wirtschaftliche Situation in Russland und die Rolle Putins. Putin sei "ein großer Geschäftsmann", sagte er. "Er kontrolliert 37 Prozent der Aktien von Surgutneftjegas, das einen Marktwert von 20 Milliarden Dollar hat. Außerdem kontrolliert er 4,5 Prozent der Gazprom-Aktien."

Der britische "Guardian" griff die Aussagen wenig später auf und zitierte Belkowski zudem mit der Angabe, Putin verfüge über einen Anteil von "mindestens 75 Prozent" am Schweizer Öl-Handelsunternehmen Gunvor, das Ende der 1990er Jahre der russische Milliardär und Putin-Freund Gennadi Timtschenko gemeinsam mit einem schwedischen Kompagnon gegründet hatte.

"Ich bin nicht nur der reichste Mann Europas, sondern der Welt"

Einen handfesten Beleg für Putins Beteiligung an dem Milliardenunternehmen in der Schweiz gibt es nicht. Aber ein weiteres Indiz ist inzwischen zu finden: Im Zuge der Ukraine-Sanktionen setzte die US-Regierung auch Gunvor-Miteigner Timtschenko auf die "schwarze Liste" - und zwar mit folgender Erklärung:

"Timtschenkos Aktivitäten im Energiesektor haben direkte Verbindungen zu Putin. Er ist in Gunvor investiert und könnte Zugang zu Gunvors Vermögen haben", so das US-Finanzministerium laut Nachrichtensender N-TV . (Ergänzung d. Red.: Nach Veröffentlichung dieses Artikel schrieb ein Gunvor-Sprecher an manager magazin online, das Gerücht, dass der russische Präsident Putin an Gunvor beteiligt gewesen sei oder ist, entbehre jeder Grundlage. Putin verfüge über keine Eigentumsrechte an Gunvor und habe dies auch in der Vergangenheit nicht. Er sei kein Begünstigter von Gunvor oder der Aktivitäten der Gesellschaft.)

Bleibt die Frage, was Putin selbst zu all den Spekulationen über seinen Reichtum sagt. Auf eine Anfrage von manager magazin online anlässlich der 200-Milliarden-Behauptung des Hedgefonds-Gründers Browder reagierte der Kreml nicht.

Bei anderer Gelegenheit wies der russische Präsident derartige Gerüchte allerdings offenbar bereits deutlich zurück. "Ja, es ist wahr. Ich bin nicht nur der reichste Mann Europas, sondern der Welt. Ich sammele nämlich Emotionen", sagte er laut N-TV im Jahr 2008.

Das Gerede über große persönliche Reichtümer sei aber "Müll", habe er in Richtung von Journalisten geschimpft. "Sie nehmen alles aus der Nase von irgendjemanden und schmieren es in ihre kleinen Zeitungen."

Fotostrecke

Roman Abramowitsch & Co.: So leben Superreiche in Manhattan

Foto: AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.