Anleihe wird bedient Russische Staatspleite vorerst abgewendet

Der Kreml hat eine mögliche Staatspleite infolge der westlichen Sanktionen zunächst offenbar abwenden können. Einige Besitzer von Anteilen russischer Dollar-Anleihen haben die fälligen Zinszahlungen erhalten.
Der Rubel rollt noch – und auch eine Dollaranleihe hat der russische Staat bedient: Symbolfoto mit russischen Banknoten

Der Rubel rollt noch – und auch eine Dollaranleihe hat der russische Staat bedient: Symbolfoto mit russischen Banknoten

Foto: Sven Hoppe / dpa

Laut Marktteilnehmern haben mehrere Besitzer von Anteilen russischer Dollar-Anleihen im Volumen von 117 Millionen Dollar die fälligen Zinszahlungen Russlands nun erhalten. Diese Zahlungen werden als erster Test gewertet, ob die Regierung in Moskau ihren internationalen Schuldenverpflichtungen nachkommen kann, nachdem der Westen auch den russischen Finanzmarkt mit Sanktionen treffen will.

Das Finanzministerium in Moskau gab bekannt, die Zahlungen angewiesen zu haben. "Der Coupon wurde entgegen meinen Erwartungen gezahlt, und in Dollar", sagte ein Marktteilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters. Andere Anspruchsberechtigte erklärten, sie hätten bislang noch kein Geld erhalten, seien aber optimistisch, dass das noch geschehen werde. Die Zinszahlungen auf die Anleihen waren bereits am Mittwoch fällig. Offiziell wird ein Zahlungsausfall Russlands aber erst, wenn die 30-tägige Nachfrist verstrichen ist.

Es wäre das zweite Mal, dass das Land seine Verbindlichkeiten nicht erfüllen würde. Während der Russischen Revolution von 1917 hatten die Bolschewiken Schulden aus der Zarenzeit nicht anerkannt. Und auch im Jahr 1998 konnte Russland seine Schulden nicht bedienen. Da damals das Verhältnis zwischen Ost und West allerdings deutlich besser war, einigte sich die Regierung in Moskau mit ihren internationalen Gläubigern auf eine Umschuldung.

Unterdessen senkte die US-Ratingagentur S&P ihre Bewertung für die Kreditwürdigkeit von Russland noch tiefer in den Ramsch-Bereich. Die Note für langfristige Fremdwährungsanleihen liegt nunmehr bei bei "CC" nach "CCC-" – das war ohnehin bereits "Schrottniveau".

hr/Reuters
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