Comeback des Altmeisters Warren Buffett überflügelt Cathie Wood

Sie galt zeitweise als Nummer eins unter den Investoren. Doch durch den Absturz der Technologieaktien verlor Cathie Wood diese Position nun wieder an Altmeister und Value-Investor Warren Buffett.
Beide bewegen viel Geld: Warren Buffett war zuletzt wieder erfolgreicher als Tech-Investorin Cathie Wood

Beide bewegen viel Geld: Warren Buffett war zuletzt wieder erfolgreicher als Tech-Investorin Cathie Wood

Foto: Rick Wilking; Brendan McDermid / REUTERS

Schon oft wurde das Ende der Ära des amerikanischen Starinvestors Warren Buffett (91) eingeläutet. Zu altbacken sei seine Anlagestrategie mittlerweile, hieß es. Der Grundsatz, nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodell man wirklich verstehe, lasse zu viele Chancen im Tech-Sektor aus. So stiegen neue Investmentstars wie Cathie Wood (66) zu den angesagtesten Investoren an der Wall Street auf – Wood hatte mit riskanten Investments in junge Technologieaktien sowie in hoch bewertete Tech-Stars wie Tesla zuletzt eine hervorragende Performance erzielt. Zeitweise hatte "Queen Cathie", die zum Beispiel für die Tesla-Aktie ein Kursziel von 3000 US-Dollar je Aktie setzte, Buffett damit in puncto Performance den Rang abgelaufen.

Doch die Kurseinbrüche bei Tech-Aktien im Dezember 2021 und im Januar 2022 haben nun dafür gesorgt, dass Value-Altmeister Buffett die Tech-Göttin Wood wieder überholt hat. Die Performance seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway liegt nun wieder besser im Rennen als die von Ark Invest seiner Konkurrentin.

Buffett setzt traditionell auf Value-Aktien. Dazu gehört für ihn seit Langem auch schon der Technologiekonzern Apple, hier gehört er zu den größten Aktionären. Und genau diese Aktie bescherte ihm nun einen riesigen Gewinn, am vergangenen Freitag legte die iPhone-Aktie so deutlich zu, dass Buffett allein dadurch ein Plus von fast zehn Milliarden Dollar in seinem Portfolio erzielte.

Zinswende: Value schlägt Disruption

Unter dem Strich profitierte Buffett vor allem von der durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) eingeläuteten Wende in der Zinspolitik. Denn in seinem Anlageportfolio setzt er überwiegend auf etablierte und profitable Konzerne, die von steigenden Zinsen nicht so stark getroffen werden wie junge Unternehmen, die noch wachsen und dafür eine Menge Geld benötigen.

Wood, die mit ihren ETFs stark in disruptiv handelnde Unternehmen investiert, gehörte zuvor lange zu den Profiteuren der Folgen der Covid-19-Pandemie. Nun hat sich, zumindest kurzfristig, das Blatt gewendet, und Altmeister Buffett überzeugt erneut mit seiner Value-Strategie.

Doch seit Ende Januar hat die Nasdaq bereits wieder zu einer Erholung angesetzt, Titel wie Tesla und Amazon legten zuletzt deutlich zu. Ob Buffett seinen Vorsprung bis zum Ende des ersten Quartals Ende März verteidigen kann, ist also noch völlig offen.

hr