Aktien-Check Analysten sehen Porsche-Aktie am Limit

Mögen Umsätze und Gewinne auch weiter steigen. Analysten verfolgen die rasante Kursentwicklung der Porsche-Aktie zusehends mit Skepsis. Nach Abstufungen gibt der Titel am Donnerstag deutlich ab.

Frankfurt am Main - Die Aktien des Sportwagenherstellers Porsche haben am Donnerstag nach Abstufungen deutlich nachgegeben. Die Titel fielen am frühen Nachmittag um mehr als 2,50 Prozent auf rund 569 Euro.

Die Experten von Goldman Sachs senkten ihre Einschätzung für den Titel von "In-Line" auf "Underperformer". Trotz des Umsatz- und Gewinnwachstums halten die Experten die Aktie von Porsche offenbar für anspruchsvoll bewertet. "Die Nachrichtenlage mag noch eine Weile positiv sein, aber aus fundamentaler Sicht und angesichts der Wechselkurse ist die Aktie überbewertet", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Gleichwohl erhöhten die Analysten von Goldman Sachs ihre Gewinnschätzung für den Wert. Für das Geschäftsjahr 2003/2004 erwarten sie nun einen Gewinn je Aktie (EPS) von 39 Euro. Zuvor waren sie von 35,60 Euro je Aktie ausgegangen. In 2004/2005 wird das EPS nach Einschätzung der Experten auf 42,50 Euro (36,10) steigen.

Die Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) stuften den Titel von "Outperform" auf "Neutral" ab. Seit September 2002 habe sich die Porsche-Aktie um rund 40 Prozent besser entwickelt als BMW , hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung von Credit Suisse First Boston. Zudem seien alle guten Nachrichten in den Titel bereits eingepreist. Die Markteinführung des neuen Modells "911" am 17. Juli werde nachrichtlich den Höhepunkt darstellen, so die Analysten. In 2005 dürfte das Gewinnwachstum den Höhepunkt erreichen und die Wechselkurse künftig das Ergebnis zunehmend belasten. Das Kursziel sehen sie bei 540 Euro.

Positiver haben vor wenigen Tagen die Analysten vom Bankhaus Merck Finck die Aussichten für die Porsche-Aktie beurteilt. Sie stuften den Titel von "Halten" auf "Kaufen" hoch und sehen das Kursziel bei stolzen 650 Euro. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten die Experten kräftige Absatz- und Umsatzsteigerungen. Porsche sei gut positioniert und werde bereits auf kurze Sicht von seinem Produktzyklus, verschiedenen Initiativen zur Effizienzsteigerung und seiner beeindruckenden Währungsabsicherung profitieren.

Porsche hatte kürzlich bei der Vorstellung des neuen 911er seine Absatzprognose bestätigt. Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, in dem am 31. Juli endenden Geschäftsjahr 75.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Im vorangegangenen Geschäftsjahr waren es rund 66.800. Auch für neue Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, wenngleich das Ertragswachstum nach Ansicht der Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hinter dem Umsatzwachstum zurück bleiben dürfte.

Im kommenden Geschäftsjahr, so die Experten von LRP, sollte der Modellwechsel beim Boxster zu weiteren Absatzsteigerungen führen. Allerdings dürften Modelleinführungskosten und höhere Marketingaufwendungen auch hier zu einer eher unterproportionalen Ergebnisentwicklung führen. Vor diesem Hintergrund bestätigten die Analysten von LRP daher Porsche mit einem Kursziel von 525 Euro zum Jahresende sowie als "Underperformer" im Vergleich zum Dax.

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