SAP Lob von Analysten

Die Quartalszahlen sind bei Investment-Experten gut angekommen. Für die Dax-Aktie gibt es wieder zahlreiche Kaufempfehlungen. Auf dem Gebiet der Unternehmenssoftware hat SAP seine Marktposition als weltweit führender Anbieter gefestigt.

Walldorf - Europas größter Softwarehersteller SAP  hat die Analysten mit einem guten Start ins Jahr überzeugt. Die am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen seien allerdings nicht gut, um der Aktie kurzfristig Schub zu geben, heißt es in einer Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Experten der US-Bank bestätigten allerdings ebenso wie zahlreiche andere Analysten nach den Zahlen ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Zu ihnen zählten die Experten von UBS, der Citigroup, Prudential sowie die HypoVereinsbank (HVB).

Für die HVB ist das aktuelle Kursniveau eine gute Gelegenheit, in das Papier einzusteigen. HVB-Analyst Knut Woller geht von einer guten Entwicklung des SAP-Geschäfts im zweiten Quartal aus. Der inzwischen wieder schwächere Euro werde sowohl Umsatz als auch Ertrag beflügeln. In den ersten drei Monaten drückte der starke Euro noch auf das Ergebnis. Für die zweite Jahreshälfte geht er zudem davon aus, dass das noch schleppende Geschäft in Europa anzieht.

Trotzdem konnte SAP seinen Umsatz im Jahresvergleich leicht steigern. Bei den Lizenzumsätzen gelang der erste Anstieg seit zehn Quartalen. In den USA gelang es SAP den Erlös mit dem Verkauf von Software um 65 Prozent nach oben zu treiben. Insgesamt legte der Lizenzumsatz währungsbereinigt um elf Prozent zu. Wegen des starken Euro blieb ein Plus von fünf Prozent auf 370 Millionen Euro übrig. Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose eines zehnprozentigen Plus. Währungsbereinigt soll er um 15 Prozent zulegen.

Operativer Gewinn unter den Erwartungen

Während SAP die Erwartungen der meisten Analysten beim Lizenzumsatz, Umsatz und Überschuss erreichte beziehungsweise leicht übertraf, blieb der operative Gewinn etwas hinter den Prognosen zurück. Das operative Proforma-Ergebnis, bei dem Kosten für aktienbezogene Vergütungsprogramme sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen nicht berücksichtigt sind, stieg um neun Prozent auf 332 Millionen Euro. Die operative Proforma-Marge legte im ersten Quartal um 1,3 Prozentpunkte auf 21,3 Prozent zu. In 2004 erwartet SAP weiterhin einen Anstieg von 28 Prozent in 2003 auf rund 29 Prozent.

Das Plus bei der operativen Marge im ersten Quartal zeigt nach Einschätzung von Citigroup Smith Barney die Fähigkeit des SAP-Managements, die Kosten im Zaum zu halten. Dies gebe Spielraum, um das vom Unternehmen gesteckte Jahresziel beim Gewinn je Aktie auf Proforma-Basis von 4,20 bis 4,30 Euro zu übertreffen. Die US-Bank setzt das Kursziel für die Aktie weiter auf 170 Euro.

Am Donnerstag legte das Papier eine Berg- und Talfahrt hin. Nach einem schwachen Start drehte das Papier zum Nachmittag ins Plus und schloss am Abend auf 130,25 Euro, ein leichtes Minus von 0,6 Prozent.

SAP festige Position als Nummer eins

SAP hat sich in diesem Jahr die Steigerung des Lizenzumsatzes auf die Fahnen geschrieben. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Erlösen mit verkaufter Software soll diese wieder steigen. SAP-Chef Henning Kagermann sagte: "Wir sehen weiter eine anziehende Nachfrage. Die Preise werden sich weiter stabilisieren." Der weltweit drittgrößte Softwarehersteller will im Laufe des Jahres rund 1500 neue Mitarbeiter - die meisten davon in der Forschung einstellen. Zwischen Januar und März erhöhte SAP die Zahl der Mitarbeiter um 556 auf 30.166 oder um knapp zwei Prozent.

SAP festigte im ersten Quartal seine Position als Nummer eins im Markt für Unternehmenssoftware. Wegen des ausgeweiteten Angebots des weltweit größten Softwareproduzenten Microsoft im Segment Unternehmenssoftware bezog SAP diesen erstmals in seine Berechnung der Marktanteile mit ein. Demnach kommt SAP im ersten Quartal wie zwischen Oktober und Dezember auf 54 Prozent. Nummer zwei ist demnach Oracle  mit 13 Prozent vor Peoplesoft  (mit J.D. Edwards) mit zwölf Prozent. Microsoft  kommt SAP-Angaben zufolge auf elf Prozent. Platz fünf nimmt Siebel Systems  mit zehn Prozent ein.

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