Vodafone "Ein Kauf würde Werte zerstören"

Der Bieter-Wettstreit zwischen Vodafone und Cingular um AT&T Wireless spitzt sich zu. Nach Ansicht der Citigroup kann Vodafone bei einem Kauf von ATW nur verlieren: Einziger Sinn der Milliardenofferte könnte sein, den Konkurrenten Cingular zu ärgern. Das Spiel ist hoch riskant, wie der Kursverlauf der Vodafone-Aktie zeigt.

Nachdem sowohl Vodafone  als auch Cingular ein Angebot vorgelegt haben und offenbar bereit sind, mindestens 38 Milliarden Dollar für AT&T Wireless zu zahlen, hat sich der Verkaufsdruck auf die Aktie von Vodafone  erhöht. Die Investmentbank Citigroup Smith Barney hat Vodafone von "Kaufen" auf "Halten" gesenkt. Die Tatsache, dass Vodafone offenbar noch immer um die AT&T Mobilfunksparte mitbiete, erzwinge die Abstufung, so die Analysten.

Gebot 40 Prozent über fairem Wert?

"Wir glauben, dass ein Kauf von AT&T Wireless bei Vodafone Werte zerstören und Druck auf die Aktien bringen würde", schreiben die Analysten der Citigroup in ihrer am Montag veröffentlichten Studie. Glaubhaften Angaben zufolge habe Vodafone 12 bis 13 Dollar je AWE-Aktie geboten, was nach Einschätzung der Analysten um rund 40 Prozent über dem fairen Wert liege.

Bei einem Kauf sei wegen der wertzerstörenden Wirkung auf Sicht der kommenden 12 Monate mit einem Kursrückgang auf 110 bis 115 Pence zu rechnen. Vodafone würde aus einer starken in eine schwache Position wechseln, nachdem 40 Prozent des Geschäfts auf Töchter in strategisch wettbewerbsintensiven Märkten entfielen. Die Gruppe wäre in zwei Kernmärkten nur noch die Nummer drei, zusätzlich zu der Marktführerschaft in Europa.

Angebot nur eine Finte?

Möglicherweise könnte das erhöhte Angebot allerdings auch dazu dienen, den Preis für AWE hochzutreiben und Cingular aus der Reserve zu locken, sagte die Citigroup weiter. Sollten sich die Briten aus dem Bieterstreit zurückziehen, liege der faire Wert unter Berücksichtigung der Risiken um den neuen Mobilfunkstandard UMTS bei rund 163 Pence. Da Vodafone mit dem AWE-Gebot eine riskante Strategie verfolge, seien die Aktien derzeit als "hoch riskant" einzustufen.

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