Aktiencheck Wer bietet, verliert

Im Rennen um die Übernahme von AT&T Wireless dürfte der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone bis Freitag Abend ein Gebot abgeben. Spekulative Investoren gehen Short-Positionen ein. Doch die Wette ist riskant.

Sowohl der US-Anbieter Cingular Wireless als auch der Branchenprimus Vodafone  haben ihr Interesse an AT&T Wireless bekundet. Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo  dürfte dagegen auf ein Angebot verzichten.

Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die britische Vodafone  bis heute abend rund 35 Milliarden Dollar oder 12,50 Dollar pro Aktie bieten wird. Damit würde das informelle Gebot von Cingular Wireless, in Höhe von 30 Milliarden Dollar deutlich überboten. AT&T Wireless ist der drittgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA.

Was kostet AT&T, und wieviel bringt Verizon ein?

Wie der Markt auf eine Vodafone-Offerte reagieren wird, hängt Analysten zufolge auch mit der Frage zusammen, ob die Briten für ihren Anteil an Verizon Wireless einen vernünftigen Verkaufspreis erzielen könnnen. Am größten US-Mobilfunkanbieter Verizon ist Vodafone bereits mit 45 Prozent beteiligt und müsste diese Beteiligung wieder abgeben, wenn es wirklich zu einem Einstieg bei AT&T kommen sollte.

Der Wert der Verizon-Beteiligung wird auf 20-25 Milliarden Dollar geschätzt, wobei ein Ausstieg Steuerbelastungen von bis zu 6 Milliarden Dollar nach sich ziehen könnte.

Short-Selling-Strategie riskant

Die Analysten von ABN Amro  bewerten die Aktie von Vodafone  grundsätzlich mit "Halten". Sollte Vodafone  tatsächlich für AT&T Wireless bieten, sei aber eine kurzfristige Kursschwäche wahrscheinlich. Die Aktie dürfte in diesem Fall von derzeit 1,32 Pfund (in London, in Frankfurt etwa zwei Euro) bis auf 1,20 Pfund zurückfallen. Eine Short-Selling-Strategie wäre für diejenigen eine Investmentmöglichkeit, die mit einem Angebot von Vodafone rechnen.

Diese Strategie ist jedoch riskant. Sollte Vodafone sein Angebot zurücknehmen, könne sich der Marktwert bis zu einem Wert von 1,50 Pfund erholen. Ein Short Seller müsste sich dann unter hohen Verlusten rasch wieder eindecken.

Dresdner Kleinwort: Unternehmensdaten sind attraktiv

Grundsätzlich positiv sind dagegen die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein für Vodafone eingestellt. Die japanische Vodafone Holdings habe im Januar 2004 64.100 neue Kunden gewinnen können, was für den zweiten Anbieter in diesem Sektor gut sei.

Dies sei nach fünf Monaten, die durch Marktanteilsverluste geprägt gewesen seien, bereits der zweite stabile Bericht. Sie empfehlen die Aktie zum Kauf und setzen ein Kursziel von 1,90 Pfund.

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