Aktien-Check Eons "kluger Schachzug"

Der Energieversorger Eon hat mit den jüngsten Beteiligungsverkäufen die Ministerauflagen aus der Ruhrgas-Übernahme erfüllt. Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Düsseldorf/Frankfurt am Main - Der Energieriese Eon  hat seine Anteile an den Regionalversorgern Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (VNG/Leipzig) sowie EWE verkauft und damit die Auflagen aus dem milliardenschweren Erwerb der Ruhrgas vollständig erfüllt. Aus der Abgabe der Anteilspakete erzielte der größte Gas- und Stromversorger Europas einen Erlös von mehr als 1,3 Milliarden Euro. Beide Transaktionen stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Eon Aufsichtsrat, hieß es.

Analysten reagierten auf die Ankündigung positiv. So haben die Wertpapierexperten der SEB das Papier mit dem Rating "Kaufen" und das Kursziel mit 55 Euro bestätigt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,4 auf Basis der für 2004 prognostizierten Ergebnisse bleibe die Aktie der Favorit unter den Energieversorgern.

Mit den jüngsten Beteiligungsveräußerungen sei nun das Desinvestitionsprogramm abgeschlossen. Der Konzern könne in bestimmten Regionen bereits als Powerhouse gelten.

Ähnlich optimistisch äußerten sich die Analysten der WGZ-Bank, die das Papier weiterhin mit "Akkumulieren" empfehlen. Das Kursziel wurde mit 54 Euro angegeben.

Die Beteiligungsveräußerungen seien erwartet worden, allerdings hätte der Zeitpunkt des EWE-Verkaufs überrascht. Der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH sowie die Weser Ems Energiebeteiligungen würden für 500 Millionen Euro den EWE-Anteil übernehmen. Im Falle von erwarteten Mehrerlösen bei dem geplanten Börsengang wird den WGZ-Analysten zufolge Eon davon profitieren.

Christian Schindler, Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), nannte den Verkaufspreis der Beteiligungen vertretbar und bestätigte die Aktie als "Marketperformer". Insgesamt sei ein Buchgewinn von 250 Millionen Euro erzielt worden.

Mit der Abwicklung der EWE und VNG hätten die Düsseldorfer alle Veräußerungsauflagen erfüllt. Aus strategischen Gesichtspunkten stelle die Transaktion einen "klugen Schachzug" dar, da Eon nicht an finanzstarke und bedeutende internationale Energieunternehmen veräußert habe und damit seine Position im Heimatmarkt verteidigen könne. Die Erlöse lägen leicht unterhalb der ursprünglichen Planung des Konzerns.

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