Aktien-Check Schafft SAP die Trendwende?

Wenn Europas größter Softwarekonzern in der kommenden Woche sein Quartalsergebnis vorlegt, achten Analysten vor allem auf den Umsatz mit den Softwarelizenzen. Der Nettogewinn sollte wieder deutlich positiver ausfallen.

Frankfurt am Main - Wie schon im ersten Quartal 2003 hat der Walldorfer Softwarekonzern SAP  auch in den abgelaufenen drei Monaten nach Schätzungen von Analysten sein Ergebnis bei sinkenden Umsätzen deutlich verbessert.

Die 23 von Reuters befragten Analysten erwarten im Durchschnitt ein bereinigtes operatives Ergebnis von 352 Millionen Euro, acht Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Mit einem geschätzten Umsatz von 1,69 Milliarden Euro hätte sich der Umsatzrückgang auf fünf Prozent von acht Prozent im ersten Quartal verlangsamt.

Der viel beachtete Umsatz mit Softwarelizenzen liegt nach den Prognosen mit 462 Millionen Euro um sieben Prozent unter Vorjahr. Der Nettogewinn fällt nach den Analystenschätzungen wieder deutlich positiv aus, nachdem Abschreibungen auf die US-Internet-Tochter Commerce One SAP ein Jahr zuvor tief in die roten Zahlen getrieben hatten.

Der schwache Dollar trübt die Bilanz

SAP litt beim Umsatz zuletzt unter dem schwachen Dollar. Wegen der eigenen Wertschöpfung in den USA schlägt der starke Euro auf das Ergebnis nach Angaben von Finanzvorstand Werner Brandt nur mit einem Fünftel des Umsatzeffekts durch.

Der Kurs der SAP-Aktie hat seit Anfang Juni stark angezogen. Experten glauben, dass der Marktführer von der Verunsicherung der Kunden von Oracle  und Peoplesoft  profitieren kann, die sich seit Wochen eine Übernahmeschlacht liefern. Auf das Geschäft dürfte sich dies wegen der langen Auftragszyklen frühestens im Herbst auswirken.

SAP will im Rahmen einer Pressekonferenz in New York am 17. Juli über die Entwicklung im zweiten Quartal berichten. Häufig gibt der Softwarekonzern wie seine Konkurrenten jedoch bereits vorher erste Indikationen zum Geschäftsverlauf bekannt.

Prognosen stimmen zuversichtlich

Es folgt eine statistische Auswertung der Prognosen der 23 befragten Banken (alle Angaben in Millionen Euro, Verluste sind in Klammern angegeben)

Prognosen für das zweite Quartal

Gesamt Umsatz Lizenz- umsatz Operatives Ergebnis* Netto- gewinn**
Durchschnitt 1.693 462 352 209
Median 1.679 460 360 208
Höchste 1.786 496 387 236
Niedrigste 1.643 428 312 183
Standardabweichung 39 20 23 15
Anzahl Prognosen 23 23 23 22
Vorjahreswerte 1.778 496 324 (232)

Prognosen für das erste Halbjahr

Gesamt Umsatz Lizenz- umsatz Operatives Ergebnis* Netto- gewinn**
Durchschnitt 3.219 822 659 398
Median 3.206 817 662 399
Höchste 3.306 898 715 422
Niedrigste 3.163 786 611 378
Standardabweichung 41 27 28 14
Anzahl Prognosen 18 17 18 18
Vorjahreswerte 3.436 898 561 (167)
*bereinigt um Akquisitionskosten und anteilige Kosten für aktienbasierte Mitarbeiter-Vergütungsprogramme **unbereinigt


Befragt wurden folgende Banken (mit den ausgegebenen Ratings für SAP):

  • Bank Vontobel - Sector Perform
  • Bear Stearns - Peer Perform
  • Berenberg Bank - Halten
  • BNP Paribas - Underperform
  • Cheuvreux - Outperform
  • Commerzbank - Accumulate
  • CSFB - Neutral
  • Deutsche Bank - Buy
  • DRKW - Hold
  • DZ Bank - Buy
  • Goldman Sachs - Outperform
  • HSBC - Add
  • HypoVereinsbank - Buy
  • JP Morgan - Neutral
  • Lehman Bros. - Equal Weight
  • Merck Finck - Marketperformer
  • Merrill Lynch - Neutral
  • Morgan Stanley - Equal-Weight
  • Sal. Oppenheim - Underperformer
  • Smith Barney - Outperform, High Risk
  • UBS Warburg - Neutral
  • Vereins- und Westbank - Verkaufen
  • WestLB Panmure - Neutral
SAP: Rückschlag für die Walldorfer im Bankengeschäft Aktientipps: Weitere Analysen bei mm.de

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