Aktien-Check "Erfolgsstory Telekom"

Der geplante Verkauf von Beteiligungen zum weiteren Schuldenabbau stößt bei Analysten auf positive Resonanz. Auch zu einzelnen Sparten der Telekom äußern sie sich positiv und sprechen sogar wieder von einer "Erfolgsstory".

Die Analysten der Bank SEB etwa haben am Montag die Aktie der Deutschen Telekom (Kurswerte anzeigen) mit "Kaufen" bestätigt. Das Unternehmen werde auch seine letzte verbliebene Asien-Beteiligung veräußern. Der knapp 25-prozentige Anteil am zweitgrößten philippinischen Mobilfunkanbieter Globe Telecom sei den Globe-Mitinhabern Singapore Telecommunications und Ayala offeriert worden.

Die beiden Unternehmen hätten bisher zusammen 62 Prozent der Anteile und dürften das Vorkaufsrecht wahrnehmen. Der Telekom-Anteil habe derzeit einen Marktwert von rund 427 Millionen Dollar.

Diese Minderheitsbeteiligung der Telekom gehöre wie schon die vorher veräußerten asiatischen Beteiligungen nicht mehr zum Kerngeschäft der Deutschen Telekom und sei ein weiterer - wenn auch ein kleinerer - aber konsequenter Schritt, um die hohe Verschuldung abzubauen, urteilen die Analysten von SEB. Vor diesem Hintergrund haben die Experten ihr bisheriges Kursziel von 16 Euro bestätigt und bewerten die T-Aktie als Kauf.

Analysten sehen ein Kursziel von 20,50 Euro

Die Analysten der WGZ-Bank beurteilen die Verkaufspläne ebenfalls positiv: "Damit setzt die Telekom ihre Konsolidierung und den Abbau der Verschuldung von 56,3 Milliarden Euro (Stand erstes Quartal 2003) fort". Die Experten empfehlen die Aktie weiter zum Kauf. Das Kursziel sehen sie bei 20,50 Euro.

Die Verschuldung der Telekom nehme kontinuierlich ab, stellen die Experten der HSBC Investmentbank fest. Das Verhältnis von Nettoverschuldung/Ebitda sollte von 3,7 Ende 2002 auf 2,3 Ende des kommenden Jahres zurückgehen. Das Wachstum bei T-Mobile und T-Online dürfte nach Ansicht der Banker die Erträge in die Nähe oder sogar über die Kapitalkosten in 2005 bis 2006 hieven. Damit erscheine die Telekom als eine "Erholungsstory", schreiben die Analysten von HSBC. Sie sehen in der Aktie nach wie vor einen Kauf.

Heraufstufung des Telekom-Ratings durch Moody's?

Der voranschreitende Abbau der Verschuldung ist indes auch den Analysten der Ratingagentur Moody's nicht entgangen. Unlängst haben sie den Ausblick für das Baa3-Rating der Telekom von "stabil" auf "positiv" angehoben. Für T-Mobile USA (ehemalige VoiceStream) setzte Moody's den Ausblick für das Ba3-Rating sogar von "negativ" auf "positiv" herauf.

Nun wird bereits über eine mögliche Heraufstufung des Ratings an sich spekuliert. Die Analysten der WGZ-Bank jedenfalls rechnen mit einer baldigen Heraufstufung des Telekom-Ratings durch Moody's, das dann jener aktuellen Einstufung durch von Fitch und S&P entsprechen würde.

Auch wenn die Aktie der Telekom am Montag eher seitwärts tendierte, die Analysten vom Bankhaus Wegelin & Co. sehen noch Potenzial in dem Titel. In der vergangenen Woche war spekuliert worden, dass die Gesprächskosten bei den Bonnern bis zu 60 Prozent gesenkt würden. Nun habe das Vorstandsmitglied Josef Brauner gegenüber einem Nachrichten-Magazin wissen lassen, dass die Abonnentengebühren für Festanschlüsse um neun Prozent erhöht werden sollen und zwar ab dem 1. September 2003.

Der aus Sicht der Analysten zu beklagende "Gebührendschungel" ändere aber nichts am Kurstrend der Deutschen Telekom-Aktie: Das Papier sei auf gutem Weg, das 52-Wochenhoch bei 14,49 Euro zu erklimmen, schreiben die Analysten von Wegelin & Co.

Deutsche Telekom: Die Liste der Beteiligungen

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