Aktien-Check Lufthansa - Krise gut gemeistert

Die Ertragslage der Lufthansa wird sich zusehends besser entwickeln und das Unternehmen gegenüber der Konkurrenz gestärkt aus der Krise hervorgehen, sagen Analysten. Sie haben ihre Einschätzung für den Wert angehoben.

Die jüngsten Verkehrszahlen der Lufthansa sind bei Analysten gut angekommen. Die Frankfurter Privatbank Metzler hat die Aktie von "Verkaufen" auf "Kaufen" angehoben und ihr Kursziel von acht auf 14 Euro nahezu verdoppelt.

Vor allem die im Mai gestiegene Auslastung der Fluggesellschaft habe zur deutlich besseren Einstufung geführt, begründeten die Experten der Bank am Donnerstag ihre Entscheidung. Diese Daten seien ein Schlüsselfaktor in der Branche und damit ein Signal für die Besserung der Ertragslage.

Bevorstehender Führungswechsel könnte für Fantasie sorgen

Zusätzlich gebe es erste Anzeichen dafür, dass sich das Asiengeschäft erhole, hieß es weiter. Gerade dies sei für die Lufthansa ein sehr lukratives Geschäft. Daneben könnte aus Sicht der Bankexperten auch der bevorstehende Wechsel an der Führungsspitze der Lufthansa für Fantasie sorgen. "Vom neuen Vorstandsvorsitzenden dürften weitere positive Signale ausgesendet werden", erklärte ein Metzler-Analyst.

Am Mittwoch, 18. Juni, übergibt der langjährige Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber den Chefsessel bei der Hauptversammlung in Köln an seinen Stellvertreter Wolfgang Mayrhuber.

Die jüngsten Zahlen der Lufthansa entsprachen weitgehend den Erwartungen der Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Analyst Per-Ola Hellgren sieht die Aktie am Jahresende bei 13 Euro und erhöht damit das Kursziel um zwei Euro. Zugleich stufte der Experte den Titel auf "Outperformer" hoch.

Analyst sieht weiterhin Schwächen im Cargo-Geschäft

Als schwach bewertete der Analyst allerdings die Verkehrszahlen im Cargo-Bereich. Die verkauften Fracht-Tonnenkilometer seien im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gesunken. Obwohl Lufthansa den Fracht-Nutzladefaktor von 64,3 Prozent im Mai 2002 auf 65,1 Prozent im Mai 2003 verbessern konnte, enttäuschte den Analysten noch das absolut betrachtet niedrige Niveau.

"Eine Erholung des Cargo-Geschäftes ist hauptsächlich von einer besseren Konjunktur abhängig und wird nur teilweise von einer sich geopolitisch aufhellenden Lage profitieren", schrieb der Analyst.

Mit Blick auf die Luftfahrtkrise bleibe die Lufthansa für den Experten der Landesbank Rheinland-Pfalz gleichwohl eine der am besten geführten Airlines. Bislang habe die Fluglinie die Nachfragekrise konsequent besser als etwa KLM und SAS gemeistert.

Der deutlich gestiegene Sitzladefaktor sei ein Beweis dafür, dass Lufthansa die SARS-Krise verhätnismäßig gut überstanden haben dürfte. Die Entwicklung der Verkehrszahlen im Mai ließe zwar nach wie vor einen beachtlichen Verlust für das zweite Quartal vermuten. Dennoch sollte das Unternehmen diesen nun eindämmen können.

"Wir haben längst ein sich aufhellendes Umfeld in der zweiten Jahreshälfte unterstellt. Die veröffentlichten Verkehrszahlen untermauern unserer Meinung nach den Eindruck, dass das Schlimmste für den Sektor nun Geschichte sein dürfte. Diese Entwicklung sollte die Lufthansa-Aktie beflügeln", urteilte der Analyst der Landesbank Rheinland-Pfalz abschließend.