Aktien-Check Infineon wieder gefragt

Neue Technologien und die bessere Stimmungslage an der Börse helfen der Infineon-Aktie wieder auf die Beine. Das Papier gewann im vergangenen Monat knapp 30 Prozent. Analysten prognostizieren weitere Kursaufschläge.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die in den vergangenen drei Jahren arg gebeutelte Aktie von Infineon  scheint ihre Talfahrt beendet zu haben. Positive Analystenkommentare und ein verbessertes Umfeld für Technologiewerte haben das Papier aus dem Stimmungstief befreit.

So kletterte die Aktie seit Mitte Mai von deutlich unter sieben Euro auf über neun Euro. Und angesichts des positiven Nachrichtenflusses ist Analysten zufolge auch ein Übersteigen der Zehn-Euro-Marke möglich.

Neue Technologien stützen die Kursfantasie

Das Unternehmen überraschte erst am Dienstag mit der Ankündigung, Fortschritte bei der Entwicklung eines neuen MRAM-Speicherchips zu erzielen. In Zusammenarbeit mit dem US-Computerriesen IBM  arbeiten die Münchener an so genannten Magnetic Random Access Memory-Chips (MRAM), die auf dem Prinzip magnetischer anstelle von elektrischer Speicherung beruhen. Diese könnten schon ab 2005 die bisherigen Speicherbausteine ersetzen.

Nach Ansicht der Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz werde sich die neue Technik zwar erst in mehreren Jahren auf die Gewinn- und Verlustrechung auswirken. Infineon zeige jedoch, dass es technologisch zur Spitzengruppe der Chiphersteller gehöre. Die Aktie wird deshalb weiterhin als "Outperformer" angesehen.

Auch Michael Anschütz, Analyst der Bankgesellschaft Berlin, äußerte sich positiv zu der neuen MRAM-Technologie und bewertet die Infineon-Aktie mit dem Rating "Akkumulieren". Die neuen Bausteine seien die viel versprechendste Speichertechnologie der Zukunft. Sie spare Zeit und Energie und habe das Potenzial, alle bisherigen Technologien wie DRAM (PC) oder Flash (Handys) zu ersetzen. Dieses Thema sei daher von entscheidender strategischer Bedeutung für Infineon.

Zukunftsträchtige Fertigungstechnologie

Die Analysten vom US-Investmenthaus Citigroup Smith Barney haben die Aktie hingegen auf Grund der bereits bestehenden Produktlinie von "In-Line" auf "Outperformer" hochgestuft. Von der Nachfrage nach dem DDR-400 (DRAM-Speicherchip) werde Infineon insofern profitieren, als es bereits auf die Serienfertigung mit der 110-Nanometer-Technologie umgestellt habe, hieß es. Mit dem DDR-400 seien höhere Preise zu erzielen als mit den bisherigen DRAM-Chips.

Smith Barney erwartet im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) nun nur noch einen Verlust je Aktie von 0,25 Euro (bisher: 0,34 Euro). Im vierten Quartal (Ende September) wird jetzt mit einem Verlust je Aktie von 0,07 Euro gerechnet (bisher: 0,17) und für das Gesamtjahr mit einem Minus von 0,83 Euro (bisher: 1,02). Für das Geschäftsjahr 2003/04 erhöhten die Analysten ihre Gewinnschätzung je Aktie von 0,26 auf 0,46 Euro.

Smith Barney rechnet auch bei den DRAM-Kontraktpreisen mit einer Erhöhung. Für das zweite und dritte Kalenderquartal nehmen die Experten nun für den 256-MB-DRAM einen Preis von 4,25 US-Dollar (bisher: 4,00 USD) und für das vierte Kalenderquartal 4,00 US-Dollar (bisher: 3,50 USD) an.

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