Aktien-Check Himmel über der Münchener Rück hellt auf

Die Nachrichtenlage um den Versicherungskonzern bessert sich wieder. Nach einem schwierigen ersten Quartal erwartet die Münchener Rück für den weiteren Geschäftsverlauf wieder Gewinne. Auch die US-Tochter überzeugt wieder.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die Aktie der Münchener Rück  wird von Analysten wieder verhalten positiv beurteilt. Zwar hat der größte Rückversicherer der Welt diese Woche enttäuschende Quartalszahlen gemeldet, allerdings gefällt den Branchenkennern der Ausblick. Zudem hat der Nordamerika-Chef John Phelan in einem Zeitungsinterview der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagsausgabe) mitgeteilt, dass die US-Tochter American Re die Trendwende geschafft habe.

Mit einer klaren Kaufempfehlung empfehlen die SEB und die WGZ-Bank die Aktie. Die SEB hat in ihrer Analyse die "deutliche Fortschritte" im operativen Geschäft gelobt. Dies würde von der auf deutlich unter 100 Prozent gesunkenen Schaden-Kosten-Quote bewiesen. Sie liege nun bei 96,8 Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zwölf sei die Aktie nicht zu teuer. Ähnlich äußerte sich die WGZ-Bank.

M.M. Warburg rät zum Kauf

Auch M.M. Warburg rät Anlegern zum Kauf des Münchener-Rück-Papiers. Der Rückversicherer sei zwar bedingt durch erneute Abschreibungen in der Verlustzone geblieben, aber der ausgewiesene Fehlbetrag von 238 Millionen Euro liege deutlich unter den Verlusten der vergangenen Quartale und markiere eine Trendwende, hieß es in einer Studie. Im laufenden Quartal dürfte die Münchener Rück trotz zu erwartender weiterer Abschreibungen in die Gewinnzone zurückkehren.

Für das zweite Quartal erwartet der M.M. Warburg-Analyst einen Überschuss von 350 Millionen Euro. Allerdings dürfe sich die versicherungstechnische Entwicklung im zweiten Quartal durch Großschadenereignisse nicht dramatisch verschlechtern und die Abschreibungen mit 450 Millionen Euro etwa die Hälfte des Betrages des ersten Quartals 2003 ausmachen.

Merck Finck & Co. sieht in der Aktie einen "Outperformer". Zwar sei der Nettoverlust mit 238 Millionen Euro schlechter ausgefallen als erwartet, allerdings habe eine Steuerlast von 298 Millionen Euro das Ergebnis belastet. Der knappe Gewinn von 123 Millionen Euro vor Steuern und Firmenwert-Abschreibungen lag dagegen im Rahmen der Erwartungen. Trotz der jüngsten Kursaufschläge sehen die Analysten in dem Papier noch immer "bedeutendes Potenzial".

Mit einer marktneutralen Bewertung geben die Analysten von Sal. Oppenheim, Morgan Stanley und der WestLB Panmure eine etwas verhaltenere Einschätzung.

Merrill Lynch bleibt skeptisch

Das US-Investmenthaus Merrill Lynch hat hingegen die Aktie mit dem Rating "Verkaufen" bestätigt und die Gewinnschätzungen für die Aktie reduziert. Das höhere Risiko und die schlechteren Verdienstaussichten rechtfertigten seine Senkung, schrieb das Analystenteam um Brian Shea. Die Branchenexperten setzten ihre Schätzungen für 2003 aufgrund der hohen Wertberichtigungen und Veräußerungsverluste um rund zehn Prozent zurück.

Die Gewinnaussichten für den Rückversicherer halten die Analysten momentan für sehr gering.

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