Aktien-Check Katzenjammer bei DaimlerChrysler

Nach der Gewinnwarnung von DaimlerChrysler bewerten viele Analysten die Aktie neu. Das reduzierte Gewinnziel für 2003 sei noch immer ambitioniert.

Nach der Gewinnwarnung und den deutlichen Kursverlusten von DaimlerChrysler sehen die Analysten der Landesbank Rheinland Pfalz das Erholungspotenzial der DaimlerChrysler-Aktie  als "sehr begrenzt" an. Sie sehen sich in ihrer Skepsis bezüglich der Gewinnziele von Chrysler bestätigt, behalten ihr Rating "Marketperformer" jedoch weiterhin bei.

Eine Milliarde Verlust bei Chrysler im zweiten Quartal

Wegen der schwachen Entwicklung bei der US-Tochter Chrysler hatte DaimlerChrysler seinen Ausblick für das laufende Jahr gesenkt. Nachdem man bisher mit einem operativen Ergebnis der US-Tochter von 2 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr gerechnet habe, gehe man nun lediglich von einem leicht positiven Ergebnis aus. Für das zweite Quartal erwarte man einen operativen Verlust von 1 Milliarde Euro.

Dieser resultiere hauptsächlich aus der Neubewertung von Händlerbeständen und der anhaltenden Rabattschlacht in den USA. Für den Gesamtkonzern erwarte man jetzt ein operatives Ergebnis von nur noch fünf Milliarden Euro nach 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2002.

Auch die Analysten der SEB wollen nach der Gewinnwarnung ihre Schätzungen für den Konzern überprüfen und nehmen die Aktie "under review". DaimlerChrysler entkommt der Rabattschlacht in den USA nicht: Der Konzern habe jüngst sogar ein Beibehalten der Rabatte (bis zu 4.500 Dollar) und der zinsfreien Finanzierungen bis über den 2. September des Jahres hinaus angekündigt, um nicht weitere Marktanteile in den USA zu verlieren.

Reduziertes Jahres-Gewinnziel immer noch ambitioniert

Dies zehrt die Gewinne auf: DaimlerChrysler habe ursprünglich beabsichtigt, den Gewinn von 5,8 Milliarden Euro aus dem Vorjahr in diesem Jahr nochmals steigern zu wollen. Nun sei aber das für 2003 angestrebte Ergebnisziel von 2 Milliarden Dollar bei der Tochter Chrysler in Gefahr - das auf fünf Milliarden Euro reduzierte Gewinnziel sei daher immer noch ambitioniert. Die Analysten der SEB sehen sich veranlasst, die vorliegenden Gewinnprognosen und das Kursziel zu überprüfen.

Mehrzahl der Analysten ist sehr skeptisch

Die Analysten von UBS Warburg empfehlen Anlegern, Aktien von DaimlerChrysler zu "reduzieren". West LB Panmure und Merck Finck sehen die Aktie als "Underperformer", und ABN Amro rät weiterhin zum Verkauf der Aktie. JP Morgan stuft die Aktie von "Übergewichten" auf "Neutral" zurück. Lediglich CSFB bleibt optimistisch: Die Analysten von Credit Suisse First Boston behalten ihr Rating "Outperformer" für DaimlerChrysler bei, senken aber das Kursziel deutlich von 50 auf 40 Euro.