Aktien-Check Porsche bleibt ein rassiges Investment

Erstmals hat der Sportwagenhersteller seine Neun-Monatszahlen vorgelegt und prompt das Lob von Analysten eingeheimst. Die Aktie bleibt für die Branchenexperten ein Kauf. Vor allem der Cayenne imponiert.

Frankfurt am Main - Trotz Branchenflaute bleibt Porsche in der Erfolgsspur. Nachdem der Sportwagenhersteller am Dienstag erstmals einen Zwischenbericht vorgelegt hat, haben sich Analysten in einer ersten Einschätzung vornehmlich positiv geäußert.

Die Experten der US-Investmentbank Lehmann Brothers bestätigten die Aktie mit dem Rating "Übergewichten". Merrill Lynch rät zum "Kauf", während Merck Finck & Co. die Titel als "Outperformer" einstuft. Etwas zurückhaltender gaben sich die Analysten der WestLB, die das Papier weiterhin "Neutral" sehen.

Wie Porsche mitteilte, stieg der Konzernumsatz vom 1. August 2002 bis 30. April 2003 um 18,2 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro. Das hohe Ergebnisniveau sei trotz der Kosten für die Einführung des Cayenne nochmals übertroffen worden. Eine Zahl zum Ertrag teilte der Autobauer nicht mit.

Bereinigt um den Beitrag der konsolidierten Finanzdienstleistungsgesellschaften sei der Umsatz um 9,8 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro gestiegen. Beim Absatz habe der Konzern um 12,8 Prozent auf insgesamt 44.413 Fahrzeuge zugelegt. Der Zuwachs ging vor allem auf die dritte Baureihe Cayenne zurück. Von ihr seien bereits 8663 Einheiten verkauft worden.

Porsche-Absatzzahlen für die ersten neun Monate

Modell 2002/03 2001/02 Entwicklung
Cayenne 8663 nicht gebaut k.A.
911 21.325 22.288 minus 6,8 Prozent
Boxster 14.425 16.484 minus 12,5 Prozent
Gesamt 44.413 39.372 plus 12,8 Prozent
Angaben in Stück

Lehman: Negative Nachrichten werden übergewichtet

Die Analysten von Lehman Brothers haben in ihrer Studie darauf hingewiesen, dass der Porsche-Aktienkurs über Gebühr von Sorgen um schlechte Nachrichten belastet werde, obgleich diese letztlich nicht einträfe.

So scheine der Markt nicht zu verstehen, dass Porsche bewusst die Schauräume der Händler mit dem neuen Geländewagen Cayenne ausrüstet, um auch Nicht-Sportwagenkunden an das Fahrzeug heran zu führen. Der Markt interpretiere das als den Aufbau von Lagerbeständen und reagiere prompt entsprechend negativ, wie es hieß.

Auch sonst fokussiere sich der Markt nahezu ausschließlich auf die Nachrichtenlage und ignoriere beispielsweise die Produktneuheiten, die teils kurz vor der Markteinführung stehen.

Den Neun-Monatsbericht nannten die Analysten "beruhigend". Angesichts der guten Zahlen bestätigten die Wertpapierexperten ihr Kursziel für die Aktie bei 760 Euro. Derzeit notieren die Titel bei 311 Euro.

Gegen Währungsschwankungen abgesichert

Merrill Lynch wies in seiner Studie darauf hin, dass Porsche nicht vom derzeit starken Euro belastet werde, obwohl das Unternehmen 35 Prozent seiner Wagen in den USA verkaufe. Porsche sei vollständig abgesichert und wäre es sogar noch bei einem Euro-Kurs von 1,33 Dollar. Deshalb sei es auch gerechtfertigt, dass die Porsche-Aktie mit einem Aufschlag zu den Wettbewerbern notiere.

Die Produktion sei um 24 Prozent gestiegen. Da Porsche aber im Sommer vier Wochen Werksferien mache und das vierte Quartal das stärkste sei, dürften die Lagerbestände unter Kontrolle sein: Porsche setze in den einzelnen Sparten fast die gesamte jeweilige Produktion ab. Die Analysten folgerten daraus, dass im Gesamtjahr kräftige Gewinnsteigerungen zu erwarten seien.

Auch die Analysten von Merck Finck & Co (MeFiCo) halten die bestätigte Prognose für den Jahresabsatz von Porsche für eine gute Nachricht. Die Absatzzahlen der ersten neun Monate sowie die Umsatzzahlen hätten leicht über den Erwartungen gelegen. Der Cayenne sollte sich erfolgreich entwickeln.

Etwas skeptischer äußerten sich hingegen die Analysten der WestLB Panmure, die nicht damit rechnen, dass Porsche das Absatzziel von 65.000 Fahrzeugen in diesem Jahr erreicht. Sie haben ihre Prognose auf 63.500 Einheiten für das Gesamtjahr gesenkt. Der Rückgang beim 911 dürfte stärker als erwartet ausfallen, dazu gebe es Probleme beim Boxster. Außerdem dürfte der Cayenne nicht so erfolgreich sein, wie erwartet. Dennoch sei Porsche langfristig eine positive Anlage.

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