Aktientipps JP Morgan treibt deutsche Autowerte an

Mit Blick auf die Nachkriegszeit geben sich die Experten von JP Morgan äußerst optimistisch für die deutschen Autotitel. Die Deutsche Bank empfiehlt Aktien von SAP zum Kauf. Für die Experten der SEB sind die Papiere von BASF ein klarer Kauf.

Gerade auf Grund des bevor stehenden Kriegsausbruchs empfiehlt die Investmentbank JP Morgan die Investition in europäische Auto-Aktien mit besonderem Augenmerk auf deutsche Titel. Sie hat den deutschen Auto-Sektor von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft.

Die Analysten Himanshu Patel und Shaz Kidwai ziehen in einer am Dienstag in London veröffentlichen Branchenstudie eine Parallele zum ersten Golfkrieg vor zwölf Jahren: Danach hatten sich europäische Autowerte in den ersten sieben Wochen nach Kriegsbeginn deutlich besser als der jeweilige Heimatmarkt entwickelt - 28 Prozent Wertzuwachs im Vergleich zu 16 Prozent.

JP Morgan ist fest davon überzeugt, dass sich diese Entwicklung wiederholen wird und heben dabei das Papier von DaimlerChrysler  besonders hervor. Der Wert sei der attraktivste "Kauf" auf Grund seiner großen Abhängigkeit vom US-amerikanischen Markt in bezug auf Absatz und Währung. Dabei gehen die Experten sowohl davon aus, dass die Nachfrage nach Fahrzeugen bald wieder wachsen wird als auch davon, dass der US-Dollar weiter steigt, was erhöhte Einnahmen für den Stuttgarter Konzern bedeuten würde.

Auch für die Aktie von Volkswagen  geht man von einer kleinen Rallye aus, ist aber wegen des fehlenden Ausblicks für das laufende Geschäftsquartal etwas zurückhaltender.

Dennoch trägt JP Morgan der schwachen Marktlage im ersten Halbjahr in den USA Rechnung, indem die Experten auch die Gewinnprognose für die beiden größten deutschen Autohersteller reduziert haben. Den Gewinn je Aktie in 2003 bei DaimlerChrysler sehen die Analysten nun bei 3,30 Euro (minus 11 Prozent), bei Volkswagen wurde auf 5,20 Euro nach unten korrigiert. Dies folgt der Kürzung der Gewinnprognose bei General Motors  und Ford durch die Investmentbank am Vortag.

SAP: Kursziel 100 Euro / "Kaufen" (Deutsche Bank)

Die Analysten der Deutschen Bank stufen die Aktie von SAP  (716 460) unverändert mit "Kaufen" ein. Man habe sich mit dem Management getroffen, wobei man in der positiven Einschätzung des Unternehmens bestätigt worden sei. Die Aktie biete derzeit zwar Kurspotenzial. Nach einem Irak-Krieg sehe man jedoch bessere Einstiegsgelegenheiten. Das Kursziel sehe man bei 100 Euro (aktuell 80 Euro). Vor diesem Hintergrund bleiben die Analysten der Deutschen Bank bei ihrer Empfehlung, die Aktie von SAP zu kaufen.

BASF: Prognosen übertroffen / "Strong Buy" (SEB)

Die Analysten der SEB stufen die Aktie von BASF (515 100) in ihrem aktuellen "AnlageFlash" als klaren Kauf ein.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern habe mit den veröffentlichten Geschäftszahlen zum Schlussquartal 2002 wieder einmal die Konsensusprognosen deutlich übertroffen und in gewohnter Art und Weise die Bedenken über die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis widerlegt. Im vierten Quartal 2002 habe sich das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen auf 650 Millionen Euro nach 252 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum erhöht.

Während die Marktteilnehmer im Konsens lediglich von 537 Millionen Euro beim Ebit ausgegangen seien, habe BASF selbst die ambitioniertesten Erwartungen erfüllt. Auch beim Umsatz habe der Chemieriese zugelegt und das, obwohl die Nachfrage in der gesamten Industrie im vierten Quartal 2002 sehr schwach gewesen sei.

Insgesamt habe der Konzern von Oktober bis Dezember 2002 8,017 Milliarden Euro nach 7,683 Milliarden Euro im Jahr zuvor erlöst. Nach Abzug der Sondereinflüsse verbleibe im vierten Quartal 2002 ein Gewinn von 199 Millionen Euro, nachdem in 2001 noch ein Verlust von 469 Millionen Euro verbucht worden sei.

In den vorab getroffenen Aussagen zum laufenden Geschäftsjahr gehe BASF für das erste Quartal bei steigenden Umsatzerlösen von einem deutlichen Zuwachs beim Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen aus. Im zweiten Quartal werde allerdings der hohe Ergebniszuwachs kaum fortgeschrieben werden können. BASF gehe für diesen Zeitraum bei gleichem Umsatz von einem geringeren Ergebnis aus. Übertrieben gewesen seien die zuletzt am Markt gehegten Befürchtungen hinsichtlich einer deutlichen Abschwächung der Ergebnismarge.

Die schwache Weltkonjunktur sowie der hohe Ölpreis würden zwar belasten, BASF wirke in diesem Zusammenhang jedoch mit hohen Einsparungen massiv entgegen. Die Preissteigerungen bei Rohöl setze BASF weniger zu als den Konkurrenten, weil der Konzern ein eigenes Gas- und Ölgeschäft betreibe.

Als weiteren Vorteil würden die Analysten den effizienten Verbundstandort erachten, der ab der Jahresmitte bei moderater Erholung der Weltkonjunktur, vor allem aber ab 2004, einen hohen Ergebnisbetrag werde liefern können.

Die Aktie sei nach dem jüngst aufgekommenen Verkaufsdruck deutlich unterbewertet und werde lediglich mit dem elffachen der geschätzten Gewinne für 2003 bzw. 8,5-fachen der Gewinne für 2004 bezahlt.

Die vorgelegten Zahlen sowie die Perspektiven dürften der Aktie auf mittlere Sicht Auftrieb verleihen. Attraktiv sei BASF aber auch vor dem Hintergrund der Dividendenrendite (4,5 Prozent). Die Ludwigshafener hätten bereits eine Dividendenerhöhung auf 1,40 Euro/Aktie angekündigt.

Die Analysten der SEB bestätigen ihr Kursziel von 48 Euro (aktuell 35) und stufen die BASF-Aktie mit "Strong Buy" ein.