Aktientipps Allianz ist trotz Kurssturz kein "Schnäppchen"

Die Analysten von Morgan Stanley raten Anlagern von der Allianz-Aktie ab. Der Versicherer leide unter einem hohen Kapitaldefizit. Merrill Lynch senkt die Prognosen von Infineon. Die Landesbank Rheinland-Pfalz bestätigt RWE als "Underperformer".

Die Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für die Allianz-Aktie  wegen anstehender notwendiger Kapitalerhöhungen und Umbaumaßnahmen von 84 auf 67 Euro (aktuell 56,20 Euro) reduziert. Der Finanzkonzern stehe wegen eines hohen Kapitalbedarfs vor einer "radikalen Operation", schreiben die Analysten der Investmentbank in einer am Montag veröffentlichten Studie. Vor diesem Hintergrund sei die Allianz-Aktie auch auf dem derzeit niedrigen Kursniveau kein "Schnäppchen" oder "Sonderangebot".

Die Allianz habe im Augenblick ein Kapitaldefizit von rund 16 Milliarden Euro und müsse sich aus diesem Grund frisches Kapital besorgen. Die Einschätzung bleibe bei "Untergewichten". Mit dieser Einstufung geht Morgan Stanley davon aus, dass sich das Allianz-Papier in den kommenden zwölf bis 18 Monaten schlechter als andere Titel aus der Versicherungsbranche entwickeln wird.

Für die Vorlage der Jahreszahlen am Donnerstag rechnet Morgan Stanley mit einem Nettoverlust von 1,194 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,623 Milliarden Euro im Vorjahr. Bei der "radikalen Operation" stehen nach Ansicht der Analysten die Reduzierung der Kredite bei der Banktochter Dresdner Bank, der Abbau des hohen Aktienanteils bei den Finanzanlagen sowie die Stärkung der Kapitalbasis im Mittelpunkt. "Der Weg, diese Ziel zu erreichen, wird schmerzhaft", heißt es in der Studie.

Infineon: Prognosen gesenkt / "Neutral" (Merrill Lynch)

Die Analysten der US-Investmentbank Merrill Lynch haben die Gewinnprognosen für den Chiphersteller Infineon  gesenkt, die Aktie mit dem Rating "Neutral" bestätigt. Das Papier weise jedoch ein hohes Risiko möglicher Kursschwankungen auf, hieß es in der am Montag veröffentlichten Studie.

Das Analystenteam um Andrew Griffin hat die Erwartungen für den Gewinn je Aktie (EPS) für das laufende Geschäftsjahr von 0,01 Euro auf minus 0,57 Euro gesenkt. 2004 wird nur noch ein EPS von 0,32 Euro (zuvor: 0,36 Euro) erwartet. Die Wertpapierexperten begründeten ihre Entscheidung mit dem derzeit schwachen Markt für DRAM-Speicherchips.

RWE: Erwartungen erfüllt / "Underperformer" (Landesbank Rheinland-Pfalz)

Die Landesbank Rheinland-Pfalz hat die Aktie des Energiekonzerns RWE  nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen mit dem Rating "Underperformer" bestätigt. Mit seinen am Montag veröffentlichten endgültigen Zahlen für 2002 habe das Unternehmen die Erwartungen des Marktes erfüllen können, hieß es in der Studie. Der Spielraum für Überraschungen sei gering gewesen, da der Konzern zuvor bereits Vorabzahlen veröffentlicht hatte.

Mit einem Umsatz von 46,6 Milliarden Euro (minus 7,4 Prozent) steigerte RWE seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 7,24 Milliarden Euro (plus 6,6 Prozent), das betriebliche Ergebnis wurde um 15,3 Prozent auf 4,50 Milliarden Euro ausgeweitet. Beim Jahresüberschuss von 1,05 Milliarden Euro (minus 22 Prozent) machten sich die zusätzlichen Goodwillabschreibungen sowie Finanzierungskosten für die Großakquisitionen Innogy sowie Transgas bemerkbar, schrieben die Analysten in ihrer Studie.

Der Hauptertragstreiber des vergangenen Jahres sei erneut das Kerngeschäft gewesen. Signifikante Zuwächse habe insbesondere der Strombereich geliefert.. Das Nicht-Kerngeschäft musste deutliche Ertragseinbußen hinnehmen. Dieser Ertragstrend wird sich Unternehmensangaben zufolge auch in 2003 fortsetzen.

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