Aktientipps Steueränderungen lasten auf MG Technologies

Die Helaba Trust sieht mit den geplanten Steueränderungen harte Zeiten auf MG Technologies zukommen. Goldman Sachs hat Valeo als "Marketperformer" bestätigt. Merrill Lynch hat die Prognosen für Apple gesenkt.

Helaba Trust hat die Aktie von MG Technologies (660 200)  mit dem Rating "Neutral" bestätigt. Der MDax-Konzern gehört nach Ansicht der Analysten zu den Hauptverlierern der geplanten Steueränderungen in Deutschland. Vor allem die Einführung einer Mindeststeuer auf die Hälfte des im Inland erwirtschafteten Gewinns und die zeitliche Begrenzung der Verlustvorträge auf sieben Jahre hätte spürbare Auswirkungen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Studie.

Da das Unternehmen im ordentlichen Steueraufwand ohnehin latente Steuern ansetze, bestehe bei der prognostizierten Steuerquote des kürzlich abgeschlossenen Geschäftsjahres zwar kein Handlungsbedarf. Stark betroffen wären jedoch die aktivierten latenten Steuern. Den Wertpapierexperten zufolge schiebt der Konzern noch jeweils rund zwei Milliarden Euro körperschafts- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge vor sich her. Nach den üblichen Wertberichtigungen werde per 30.09.2001 (letzter Bilanzstichtag) eine Netto- Vermögensposition von 766 Millionen Euro ausgewiesen, die auch bestehende Verlustvorträge in den USA beinhalte. Letztere blieben unangetastet.

Die Steuerabteilung des Unternehmens eruiere derzeit die möglichen Konsequenzen. Mit einer Stellungnahme ist nach Angaben der Analysten im Rahmen der nächsten Berichterstattung am 20. November (vorläufige Zahlen 2001/02) zu rechnen. Sollten Wertberichtigungen notwendig werden, bestehe die Tendenz, diese direkt mit dem Eigenkapital zu verrechnen und nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung zu verbuchen.

Valeo: Träge Umstrukturierung / "Marketperformer" (Goldman Sachs)

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktien des französischen Automobilzulieferers Valeo (854 052)  nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal als "Marketperformer" bestätigt. Die Umstrukturierung verlaufe nur innerhalb des angegebenen Zeitplans und nicht zumindest etwas schneller, kritisierte das Analystenteam um Keith Hayes in einer Freitag in London veröffentlichten Studie. Für einen Kursaufschwung fehle somit der Anlass.

Das Unternehmen habe mit seinen Zahlen für das dritte Quartal geringfügig enttäuscht. Überraschend sei, dass Valeo bereits zwei Wochen nach Quartalsbeginn die operative Gewinnspanne für das Jahresviertel mit sechs Prozent beziffert hat. Der Vorstand habe außerdem versucht, bei der Analystenkonferenz Sorgen über mögliche Asbestklagen zu zerstreuen.

Mögliche Verbindlichkeiten gegenüber ehemaligen Beschäftigten in Frankreich seien bereits durch Rückstellungen abgedeckt. Valeo bestehe darauf, dass gegen die Elektriksparte, die von ITT  in den USA 1998 übernommen worden war, keine Asbestklagen drohen. Die Experten glauben jedoch, dass jede Erwähnung des Wortes Asbest auf einem nervösen Aktienmarkt den Kurs belaste.

Der Markt sei vom Fortgang der Umstrukturierung nicht beeindruckt. Auch die vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal böten keinen Anlass, auf einen Meinungsumschwung zu setzen. Mit ihrer Einschätzung sagen die Analysten von Goldman Sachs der Aktie deshalb für die kommenden sechs bis 18 Monaten eine gegenüber dem Index marktkonforme Entwicklung mit einer Abweichung voraus. Während der Zulieferer wie die meisten Unternehmen in der Automobilindustrie zuversichtlich in die Zukunft blickten, harre der Aktienmarkt nervös des kommenden Jahres.

Apple: Prognosen gesenkt / "Neutral" (Merrill Lynch)

Die Analysten von Merrill Lynch haben ihre Prognosen für den US-Computerhersteller Apple  gesenkt, nachdem das Unternehmen selbst seinen Ausblick heruntergeschraubt hatte. In einer am Donnerstag nach Bekanntgabe der Quartalszahlen vorgestellten Studie wurde die Einstufung "Neutral" bestätigt.

Merrill Lynch rechnet auf der Basis der Apple-Prognosen nunmehr mit einem Umsatz von 1,50 Milliarden Dollar - ein Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorquartal - und einem Gewinn je Aktie von 0,03 Dollar. Zuvor waren die Analysten noch von einem Umsatz in Höhe von 1,53 Milliarden Dollar und einem Profit von 0,10 Euro je Titel ausgegangen.

Für den Rest des Jahres senkten die Experten die Umsatz-Prognose von 5,97 auf 5,7 Milliarden Dollar. Die Ergebnisschätzung wurde von 0,40 auf 0,12 Dollar gekappt.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Apple-Aktie auch weiterhin im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich bewegen wird, solange es keine gravierende Wende bei den IT-Ausgaben der Unternehmen geben wird", schreiben die Analysten.

Die Einstufung "Neutral" besagt, dass die Aktie voraussichtlich einen Ertrag bis zu zehn Prozent abwerfen wird.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.