Aktientipps Lufthansa hebt ab, Siemens wackelt

Nach den Äußerungen von Lufthansa-Finanzvorstand Kley reagieren Analysten mit positiven Empfehlungen. Für JP Morgan ist DaimlerChrysler ein Kauf. Lediglich Morgan Stanley zeigt sich skeptisch gegenüber Siemens.

Die Analysten von Merck Finck & Co bewerten die Aktie der Deutschen Lufthansa  (823 212) als "Outperformer". Finanzvorstand Karl Ludwig Kley hat in einem Zeitungsinterview gesagt, dass die Gewinnerwartungen von wenigstens 500 Millionen Euro für den Betriebsgewinn des gesamten Fiskaljahres 2002 zu konservativ seien. "Wir sind mit der bisherigen Entwicklung äußerst zufrieden, vielleicht war unsere Gewinnprognose doch sehr konservativ", sagte Kley der "Süddeutschen Zeitung".

Auch unter dem Strich, also nach Steuern, werde die Fluglinie in 2002 wieder einen Gewinn erzielen und eine Dividende auszahlen können. Das Investmenthaus Goldman Sachs hatte die Aktie bereits am Freitag von "Marketperformer" auf "Outperformer" hochgestuft. Das Bankhaus Metzler empfiehlt die Akie ebenfalls zum Kauf, hat das Kursziel allerdings von 19 auf 14 Euro gesenkt.

DaimlerChrysler: Abschlag gegenüber GM unbegründet / "Übergewichten" (JP Morgan)

Die Analysten von J.P. Morgan Chase empfehlen Anlegern weiterhin, die Aktie von DaimlerChrysler  (710 000) überzugewichten. Investoren waren zuletzt sehr besorgt, was den Ausblick für Autoproduzenten. Die Analysten von JP Morgan bleiben aber optimistisch, vor allem, was den Absatz in den USA betreffe.

DaimlerChrysler sei eine Topempfehlung, so JP Morgan. Die Aktie werde sogar mit einem Abschlag zu reinen Massenherstellern wie General Motors gehandelt. Zu den Sorgen im Hinblick auf die US-Autoabsätze seien Bedenken wegen eines Irakkriegs und wegen des Hafenstreiks hinzu gekommen. Für die meisten Fondsmanager scheine die aktuelle Unruhe gegenüber Autoaktien durch die Outperformance der Branche begründet. Die Performance der europäischen Autoaktien liege noch immer über dem breiten Markt.

Siemens: Kursziel gesenkt / "Marketperformer" (Morgan Stanley)

Die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley haben ihr Kursziel für die Aktie des Elektronikkonzerns Siemens  (723619) von 55 auf 39 Euro gesenkt. Die Aktie notierte am Freitag bei rund 36 Euro. Zugleich nahmen sie ihre Gewinnprognose für das laufende und das kommende Jahr zurück. Angesichts der rückläufigen Investitionen der Telefongesellschaften zeigten sie sich sowohl für die Festnetz- als auch für die Mobilfunk-Sparte des Konzerns besorgt.

Für das laufende Geschäftsjahr nahm Morgan Stanley die Prognose für den Gewinn pro Aktie (EPS) von 2,29 auf 2,26 Euro zurück. Für das kommende Jahr senkten die Analysten ihre EPS-Schätzung von 3,05 auf 2,61 Euro. Bei der Festnetzsparte ICN rechnen die Aktienexperten nun mit einem Umsatzrückgang von 12 Prozent im kommenden Jahr. Bei der Mobilfunksparte werde der Umsatz 2003 um 10 Prozent schrumpfen, meinen die Analysten.