Aktientipps Lufthansa stellt ein, Aventis wettet auf Allegra

Merck Finck wertet die Neueinstellungen bei der Lufthansa als gutes Zeichen. Sal. Oppenheim sieht die Risiken, die Aventis durch Allegra-Konkurrenz drohen, als begrenzt an. BP hat laut Helaba mit seinen jüngsten Zahlen enttäuscht.

Die Analysten des Bankhauses Merck Finck sehen die Aktie der Deutschen Lufthansa (823 212)  als "Outperformer". Die Deutsche Airline hat angekündigt, im Jahr 2003 2.550 neue Stellen zu besetzen. Davon sollen 340 Piloten, 1.800 Flugbegleiter und 410 Bodenarbeiter sein. Laut dem Personalbeauftragten der Lufthansa hätte das flexible Personalmodell der Airline dazu beitragen, 80 Millionen Euro einzusparen.

Auch die Analysten von Helaba Trust sehen bei Lufthansa eine "positive Entwicklung". Die Konkurrenz durch Billigflieger werde mittelfristig wohl ohne größere Folgen bleiben. Jedoch belaste die Angst vor einem Irak-Krieg derzeit den Sektor.

Aventis: Gefahr für Blockbuster gering / "Outperformer" (Sal. Oppenheim)

Die Analysten von Sal. Oppenheim bewerten die Aktie des Pharmakonzerns Aventis (925 700 weiterhin mit "Outperformer". Eine Umsatzsteigerung von 10 bis 12 Prozent sowie von 25 bis 30 Prozent beim Nettoeinkommen in diesem Fiskaljahr sei weiterhin möglich. Jedoch würden sich die unerfreulichen Wechselkurse mindernd auf den Umsatz auswirken.

Befürchtungen, dass der Aventis-Blockbuster Allegra (gegen Heuschnupfen) durch billige Nachahmerpräparate (Generika) deutliche Umsatzeinbrüche hinnehmen muss, teile das Unternehmen nicht. Die Umsätze mit Allegra würden nach Darstellung des Unternehmens jedoch voraussichtlich auch im kommenden Jahr steigen, da es eine hohe Produktbindung der Kunden gebe. Die am stärksten erkrankten Patienten würden das Medikament schon länger als 100 Tage einnehmen und würden 25 aller Patienten, aber 75 der Umsätze repräsentieren. Sollte das Unternehmen das Patentrecht an dem Medikament verlieren, sollten Generika dennoch bis weit in das Jahr 2004 auf sich warten lassen.

BP: Ziel verfehlt / "Übergewichten" (Helaba Trust)

Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Aktie von British Petrol (850 517)  noch mit "Übergewichten", wollen ihre Empfehlung aber mittelfristig "überdenken". Laut Vorabbericht des Unternehmens für das dritte Quartal (die endgültigen Zahlen werden am 29. Oktober bekannt gegeben) sei der durchschnittlich realisierte Ölpreis im Vergleich zum Vorquartal um 1,70 Dollar je Fass gestiegen, während der Gaspreis leicht gesunken sei (-7 Prozent gegenüber dem Vorquartal).

Aufgrund des höheren Produktionsanteils von Öl und der gesunkenen Explorationskosten dürfe sich das Ergebnis insgesamt positiv entwickeln. Hingegen bleibe das konjunktursensitivere Raffineriegeschäft weiterhin schwach. Das ausgegebene Unternehmensziel von plus fünf Prozent für das laufende Quartal sei somit verfehlt worden. Zwar liege das Wachstum im Rahmen des Branchendurchschnitts, trotzdem solle die Aktie aufgrund des verlorenen Investorenvertrauens kurzfristig schwächer tendieren.