Aktientipps Unkalkulierbare Risiken bei MLP

Die Analysten der SEB empfehlen Anlegern, die Titel von MLP zu verkaufen. Lehman Brothers hat das Kursziel für die T-Aktie gesenkt. Morgan Stanley hat die Aktie des britischen Versicherers Prudential hochgestuft.

Die Analysten der SEB haben die MLP-Aktie  mit dem Rating "Verkaufen" bestätigt. Zwar sehe das Papier aus seinem aktuellen Niveau im Vergleich zu früheren Kursen optisch sehr günstig aus, es beinhalte jedoch unkalkulierbare Risiken. Die anstehenden Gerichtsverfahren dürften sich noch lange hinziehen und die Aktie weiter unter Druck halten. Bedenklich stimme auch der Richtungswechsel des Managements bezüglich seiner Darstellung zu den Vorwürfen der Bilanzfälschung. Weitere starke Kursrückschläge sind nach Ansicht der Wertpapierexperten deshalb nicht auszuschließen.

Erst am Dienstag ist die MLP-Zentrale erneut von der Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt und dem Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen durchsucht worden. Grund für die Durchsuchung war ein Beschluss des Amtsgerichtes wegen des Ermittlungsverfahrens der Bilanzmanipulation. Ein Anlegermagazin und Kleinaktionäre werfen dem Unternehmen vor, den Gewinn in der Bilanz zu Lasten künftiger Erträge künstlich aufgebläht zu haben. Dies soll laut Vorwürfen einerseits durch die vorzeitige Vereinnahmung künftiger Erträge aus Lebensversicherungen geschehen sein, andererseits durch den Verkauf von Lebensversicherungspolicen an Rückversicherer.

Die Analysten der SEB haben in den Äußerungen des Managements einen kleinen Richtungswechsel ausgemacht. Wurden noch vor kurzem derartige Vorwürfe vehement dementiert, habe ein Unternehmenssprecher gestern nur gesagt, es gebe "hier kein richtig oder falsch". Vielmehr seien "auch gewisse Ermessensspielräume in der Darstellung" möglich. Zusätzlich wurde bei der Durchsuchung nach Unterlagen geforscht, die Insidergeschäfte des Managements bei der Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien in 2001 nachweisen könnten.

Des weiteren drohe den Heidelbergern eine gerichtliche Schlammschlacht um die fristlose Kündigung des ehemaligen MLP-Vorstandes Dorian Simon. Während Simon MLP wegen Rufmordes verklagte, klagt das Unternehmen wegen Geheimnisverrates.

Deutsche Telekom: Kursziel gesenkt / "Underweight" (Lehman Brothers)

Die Investmentbank Lehman Brothers hat am Mittwoch das Kursziel der T-Aktie  wegen eines neuen Produktmodells bei der US-Tochter VoiceStream gesenkt. Das Kursziel betrage nun 12,50 statt zuvor 14 Euro. Die Einschätzung der Telekom-Aktie mit "Underweight" sei beibehalten worden, informierten die Analysten in einer aktuellen Studie in London. Damit wird im Branchenvergleich mit einer schwächeren Entwicklung der T-Aktie in den nächsten zwölf Monaten gerechnet.

"Die Performance von VoiceStream ist in diesem Jahr besser, als wir erwartet haben, sowohl beim Zugewinn neuer Kunden als auch beim Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)", heißt es in der Studie. Dennoch herrsche sehr starker Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt in den USA. Zudem könne die Qualität des Funknetzes durch einen kräftigen Absatz des neuen Produktmodells, das "alles in einem Packet" verkaufe, leiden.

Zudem stünden der erfreulichen Entwicklung bei VoiceStream schwächere Ausblicke für T-Com und T-Systems gegenüber. Auf der Festnetzsparte T-Com würde eine schwache Umsatzprognose und Skepsis bei der Kostenreduzierung drücken. T-Systems sei belastet durch die Gewinnwarnung des texanischen IT-Dienstleisters Electronic Data Systems  und der generellen Schwäche im IT-Sektor.

Prudential: Niedriges Bewertungsniveau / "Equalweight" (Morgan Stanley)

Morgan Stanley hat den britischen Lebensversicherer Prudential  von "Underweight" auf "Equalweight" hochgestuft, teilte die Investmentbank am Mittwoch in einer in London veröffentlichten Kurzstudie mit. Der Kursverlust von fast 60 Prozent binnen eines Jahres und das - verglichen zu den britischen Wettbewerbern - niedrige Kursniveau rechtfertigten eine Unterbewertung nicht länger.

Prudential sei derzeit mit dem 1,7fachen des Unternehmenswertes am Markt veranschlagt. Nach Ansicht von Morgan Stanley sei hierin nicht bewertet, wie gut Prudential auf dem asiatischen Markt aufgestellt ist. Dennoch könnten Befürchtungen, ob die Kapitalausstattung von Prudential angemessen sei und ob der Versicherer in der Lage sein werde, eine Dividende zu zahlen, künftig der Aktie zusetzen. Insgesamt stehe Morgan Stanley den europäischen Versicherern - vor allem britischen Lebensversicherern - verhalten gegenüber.

Mit ihrer Einstufung "Equalweight" gehen die Analysten davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten in Einklang mit der Branche entwickeln wird.