Aktientipps SEB traut MLP nicht - "Verkaufen"

SEB stuft die Aktie von MLP auf "Verkaufen". Der Titel sei von Stimmungen getrieben, das Vertrauen in das Unternehmen aber noch lange nicht wiederhergestellt. Dresdner Kleinwort stuft BASF-Titel auf "Kaufen". Die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt empfehlen die Titel der Deutschen Börse ebenfalls zum Kauf.

Die Analysten von SEB stufen die Aktie von MLP  (656 990) auf "Verkaufen" ein. Auch nach der Gewinnwarnung vom vergangenen Freitag sei das Vertrauen in das Unternehmen noch lange nicht wiederhergestellt. Die Aktie bleibe weiter stark von Stimmungen getrieben, heißt es in einer Analyse am Freitag.

Die Aktie werde dem Dax, so wie es sich abzeichnet, weiter angehören. Dies sollte den Titel stützen. Die endgültige Entscheidung werde die Deutsche Börse am 13.08 fällen.

Angesichts des gegenwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnis sei der Wert im historischen Vergleich zwar günstig, doch wegen der diversen Hürden und des reduzierten Ertragswachstums fair bewertet. Das Sechs-Monatskursziel sehen die Analysten von SEB bei zwölf Euro.

Ansonsten sei der Kurs der Aktie stark von Interessen getrieben. Leerverkäufe und Eindeckungskäufe (Short Squeeze) wechselten sich beständig ab. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten von SEB, die Aktie zu verkaufen.

Nach jüngsten Angaben von MLP dürfte der Gewinn im ersten Halbjahr 2002 bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen. Details sollen am 15. August bekannt gegeben werden. Damit sei die Jahresprognose von 30 Prozent Wachstum nicht mehr haltbar. Diese Wachstumsraten dürften zunächst der Vergangenheit angehören, schreiben die Experten.

Als positiv vermerkten die Analysten, dass die Sparten Lebens- und Krankenversicherung um etwa 15 Prozent gewachsen sein dürften. MLP sei aber immer noch in der Beweispflicht, die diversen Bilanzierungs-Vorwürfe stichhaltig, klar und transparent zu entkräften, heißt es weiter. Vor dem Hintergrund der nicht abreißenden Bilanzierungsvorwürfe dürfte verlorengegangenes Anlegervertrauen nur langsam zurückzugewinnen sein.

Aktuell kämpfe MLP zudem um die Loyalität seiner Berater. Der Vorstand müsse die Mannschaft beisammen halten. Einzelne Berater besäßen zudem oftmals kreditfinanzierte MLP-Aktien, für die der Vorstand allerdings bürge.

BASF: Upgrade /"Kaufen" (Dresdner Kleinwort Wasserstein)

Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) hat die Ergebnisprognosen für den Chemiekonzern BASF  (515 100) erhöht. Außerdem habe man die Einstufung der Aktie von "Halten" auf "Kaufen" heraufgestuft, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Kurzstudie. Damit rechnen die Analysten damit, dass sich das Papier um mindestens zehn Prozent besser als der Index entwickeln wird.

Die Prognose für den Gewinn je Aktie (EPS) für das Gesamtjahr 2002 habe man um 36 Prozent auf 2,64 Euro angehoben, heißt es in der Studie weiter. Für das Jahr 2003 habe man die EPS-Schätzung um 17 Prozent auf 2,76 Euro und für 2004 um fünf Prozent auf 3,38 Euro angehoben. Außerdem rechne man mit einer leichten Erhöhung der Dividende 2002 um 3,8 Prozent auf 1,35 Euro.

Die Einschätzungen seien konservativ, schreiben die Analysten. Diese könnten deshalb noch nach oben korrigiert werden. BASF gehe von einer Steuerquote von 38 Prozent aus, diese habe allerdings im ersten Quartal nur bei 28 und im zweiten Halbjahr bei 30 Prozent gelegen.

Deutsche Börse: Zahlen über Erwartungen / "Kaufen" (HSBC)

Die Analysten vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt stufen die Aktie der Deutschen Börse (581 005) mit "Kaufen" ein und sehen das Kursziel weiterhin bei 48 Euro (aktuell 39 Euro).

Die Zahlen des zweiten Quartals seien über den Erwartungen ausgefallen. Eurex- und Xetra-Umsätze seien in Ordnung gewesen, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) niedriger als erwartet gelegen hätte. Die Entwicklung von Clearstream sei im Rahmen der Erwartungen verlaufen. Kostensenkungen hätten die schwachen Märkte ausgeglichen. Die Bereiche Information Products und Systems/IT seien wesentlich besser als erwartet ausgefallen.

Auf Gruppenbasis gebe es derzeit keinen Grund die Prognosen zu ändern. Angesichts des überlegenen Geschäftsmodells sei der Bewertungsabschlag gegenüber den Konkurrenten nicht gerechtfertigt.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Aktie der Deutschen Börse weiterhin zum Kauf.