Aktientipps Merrill Lynch stuft MAN hoch

Die US-Investmentbank Merrill Lynch sieht bei der MAN-Aktie ein Kurspotenzial bis 25 Euro. Merck Finck & Co. stuft TUI auf "Marketperformer". Die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie von Infineon zum Kauf.

Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte ihr mittelfristiges Rating für die MAN-Aktie  (593 700) von "Reduzieren/Verkaufen" auf "Neutral" angehoben. Die Aktie habe ein Kurspotential bis 25 Euro (aktuell 22 Euro), heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Analyse.

Ihre Hochstufung begründeten die Analysten mit dem jüngsten Kursrückgang der MAN-Aktie. "Im Großen und Ganzen gehen wir davon aus, dass die meisten Risiken nun in der jetzigen Bewertung des Papiers berücksichtigt sind."

Mit Blick auf die Prognosen für dieses und nächstes Jahr gibt es nach Einschätzung der Experten nach wie vor Unsicherheiten. Grund sei eine niedrige Anzahl von Bestellungen in allen Sektoren. "Konsequenterweise sehen wir wenig kurzfristige Faktoren, die das Papier beflügeln könnten", schreibt Merrill Lynch. Positiv bewerteten die Analysten dagegen die Restrukturierungs-Bemühungen bei den Nutz-Fahrzeugen. Das sollte die Ertragsrisiken kompensieren.

Mit der Einstufung "Neutral" geht Merrill Lynch davon aus, dass die Aktie einen Gesamtertrag aus Kursgewinn und Dividende von bis zu zehn Prozent abwerfen wird.

TUI: Teures Engagement bei Babcock / "Marketperformer" (Merck Finck & Co.)

Die Analysten vom Bankhaus Merck Finck & Co. haben die Aktie des Tourismuskonzerns TUI  trotz möglicher Belastungen aus der Babcock-Borsig-Beteiligung als "Marketperformer" bestätigt. Die ehemalige Preussag sei immer noch mit acht Prozent an dem angeschlagenen Maschinenbauer aus dem MDax beteiligt, schrieben die Wertpapierexperten. Babcock Borsig hatte einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem Rettungsgespräche zwischen Politikern und Banken in der vergangenen Nacht fehlschlugen.

TUI könne bei einem Bankrott von Babcock Borsig ein Verlust von 100 Millionen Euro erleiden. Zusätzlich sei mit weiteren Belastungen in Höhe von 80 Millionen Euro aufgrund garantierter Verträge zu rechnen, hieß es in der am Freitag vorgelegten Studie.

Infineon: Chipmarkt unter Druck / "Kaufen" (Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank hat ihre Jahresprognosen 2002 und 2003 für den Ertrag je Aktie (EPS) des Halbleiterherstellers Infineon  (623 100) gesenkt. Der Titel wurde von Analyst Nicolas Gaudois in einer am Freitag in London veröffentlichten Studie weiter mit "Kaufen" bestätigt.

Zur Erklärung verwies der Experte auf die seiner Meinung nach weiter sinkende Durchschnittspreise für DRAM-Speicherchips. Für das laufende Jahr wird nun ein Verlust pro Aktie von 1,07 statt 1,04 Euro erwartet. Für 2003 senkte er seine Erwartung auf 0,00 Cents, nachdem er bislang mit einem Gewinn von 0,19 Cent gerechnet hatte.

Zugleich setzte er das Preisziel für den Anteilsschein von 30 auf 25 Euro (aktuell 16 Euro). Eine schwächer als bislang erwartete Nachfrage bei DRAM-Chips und ein weiter steigendes Angebot an Bausteinen gebiete Vorsicht, so Gaudois. Zudem bereite die schlechte PC-bezogene Nachrichtenlage Sorgen, da sie einen Verkaufsdruck auf die Aktien auslösen könnte.

Mit ihrer Einschätzung "Kaufen" geht die Deutsche Bank davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten im Vergleich zum Dax um mindestens zehn Prozent besser entwickeln wird.