Aktientipps Adidas mit Potenzial in den USA

Merck Finck & Co. empfiehlt Adidas Salomon als "Outperformer". SES Research erwartet bessere Zahlen bei Fraport. ABN Amro stuft Preussag auf "Reduzieren" herab.

Die Analysten der Münchener Privatbank Merck Finck & Co. haben die Aktie von Adidas Salomon  (500 340) als "Outperformer" bestätigt. Der Sportartikelhersteller habe seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt und auf den Wachstumstrend in Nordamerika hingewiesen. Das Unternehmen aus Herzogenaurach erzielt rund ein Drittel seiner Umsätze auf diesem Markt. Allein im ersten Quartal kletterten die Umsätze im Mutterland des Konkurrenten Nike um sieben Prozent, die höchste Steigerungsrate in diesem Jahr seit über drei Jahren.

Adidas Salomon hat sich nach Angaben der Analysten zudem zufrieden über den Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft in Asien geäußert. Das Unternehmen trete als Sponsor von zehn Nationalmannschaften auf.

Aufgrund der gestiegenen Marketingaufwendungen könnten im laufenden Jahr jedoch die Wachstumsraten für den Gewinn je Aktie (EPS) geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. 2001 wurde eine Steigerung von 15 Prozent erzielt. Adidas Salomon geht für das laufende Jahr von einem EPS-Wachstum von fünf bis zehn Prozent aus. Merck Finck & Co. prognostiziert einen Anstieg von 6,5 Prozent aus 4,90 Euro.

Fraport: Besser als erwartet / "Marketperformer" (SES Research)

Die Analysten von SES Research haben ihre Anlageempfehlung "Marketperformer" für die Fraport-Aktie  (577 330) bestätigt. Im Luftverkehr mehrten sich die Anzeichen dafür, dass die Sommersaison zwar schlecht, aber nicht so schlecht, wie noch Anfang des Jahres befürchtet, verlaufe. Entsprechend habe sich auch für Fraport das Marktumfeld wieder deutlich entspannt, wie auch die heute vorgelegten Verkehrszahlen für Mai 2002 zeigten. Die Verkehrszahlen sind den Analysten zufolge jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund eines Pilotenstreiks im Mai vergangenen Jahres nur eingeschränkt aussagekräftig. Entgegen der bisherigen Prognosen zeigten sich die Wertpapierexperten zuversichtlich, dass es dem Unternehmen in 2002 gelingen sollte, die Vorjahresergebnisse zu übertreffen. Entsprechend wurden die Erwartungen zum Umsatz und operativen Ergebnis (Ebitda und Ebit) deutlich nach oben korrigiert.

Die Anhebung der Prognosen schlage jedoch nicht auf das Ergebnis pro Aktie (EPS) durch. Grund hierfür sei eine deutliche Reduzierung des erwarteten Finanzergebnisses. Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass Fraport die beim Börsengang zugeflossenen Finanzmittel zur weiteren Schuldentilgung verwenden oder aber sich an erfolgreichen anderen Flughäfen beteiligen würde. Entgegen dieser Einschätzungen habe Fraport die freien Mittel jedoch langfristig in einem Spezialfonds geparkt. Zudem erscheinen Engagements bei anderen Flughäfen nach dem Maniladebakel zunehmend fraglich. So habe Fraport jüngst bei einigen Ausschreibungen den Kürzeren gezogen. Trotz der operativen Ergebnisverbesserung halten die Analysten an dem "Marketperformer"-Rating fest, die faire Bewertung der Aktie wird bei 25 bis 26 Euro (aktuell 13,7 Euro) gesehen.

Preussag: Trennung von Energiesparte / "Reduzieren" (ABN Amro)

Die Investmentbank ABN Amro hat die Aktie von Europas größtem Tourismuskonzern Preussag  (695 200) von "Halten" auf "Reduzieren" herabgestuft und zugleich das Preisziel von 27 auf 25 Euro (aktuell 26,44 Euro) herabgesetzt. Ursache sei das Gerücht vom Donnerstag, dass sich Preussag von seiner profitablen Energiesparte trennen wolle und der Kaufpreis bei etwa einer Milliarde Euro liegen werde. Der Zeitpunkt komme früher als erwartet, schreibt Analystin Sarah Ellis in einer am Freitag in London veröffentlichten Studie. Zudem habe sie mit einem Preis gerechnet, der näher bei 1,5 Milliarden Euro liege. Das neue Preislevel wirke sich negativ auf die Berechnungen für die derzeitige Summe aller Teilbereiche (sum of the parts) aus, schreibt sie.

Zwar sei der Zeitpunkt des Verkaufs im Hinblick auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der vergangenen Woche interessant. So hatte der Gerichtshof am 6. Juni ein Fusionsverbot der EU-Kommission gekippt. Der Verbund der britischen First Choice Holidays mit dem Konkurrenten Airtours - inzwischen MyTravel – zum weltgrößten Reiseveranstalter wurde von Brüssel zu Unrecht blockiert, urteilte das EU-Gericht erster Instanz in Luxemburg. Der Beschluss sei nichtig (Az.: T-342/99).

Preussag könne erwägen, die Verkaufserlöse aus der Energiesparte für den Kauf eines anderen britischen Reiseveranstalters zu nutzen, um so das Tochterunternehmen Thomson Travel zu erweitern, so Analystin Ellis. Zugleich fragt sie sich aber, ob dies ein guter Tausch sei. Preussag habe den vollen Preis für Thomson Travel bezahlt, weshalb sie davon ausgeht, dass das Unternehmen bei einem weiteren Kauf ebenfalls den vollen Preis werde zahlen müssen. Alles in allem seien kurzfristig gesehen keine positiven Neuigkeiten zu erwarten, weshalb die Herabstufung erfolgt sei.

Mit ihrer Einschätzung "Reduzieren" geht ABN Amro davon aus, dass die Aktie in den kommenden sechs Monaten um mehr als zehn Prozent fallen wird.