Aktientipps Prognosen für Münchener Rück revidiert

Die Münchener Rück steht nach einer Analystenkonferenz unter Druck. Die WGZ-Bank empfiehlt Eon mit "Akkumulieren". Nach Vorlage der Geschäftszahlen hat die Deutsche Bank die Air France hochgestuft.

Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) hat sich nach der Analystenkonferenz der Münchener Rück  (843 002) kritisch zu der Prognose des weltgrößten Rückversicherers für 2002 geäußert und ihre Einschätzung des fairen Werts der Aktie von 305 auf 280 Euro (aktuell 251 Euro) gesenkt. Der von der Münchener Rück angepeilte Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Euro vor Veräußerungsgewinnen und vor Rücklagen für die defizitäre US-Tochter American Re liege unter den Experten-Schätzungen (zwei Milliarden Euro), teilte DrKW am Mittwoch mit.

Die Investmentbank bestätigte ihre Anlage-Empfehlung "Kaufen". Damit gehen die Experten davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten zwölf Monaten um mindestens zehn Prozent besser als der Markt entwickeln wird.

Der Rückversicherer überprüfe die American-Re-Rückstellungen bis Mitte dieses Jahres. Aus Sicht von DrKW könnten hier weitere 1,5 Milliarden Euro (eine Milliarden Euro nach Steuern / sechs Euro je Aktie) benötigt werden. Diese Annahme basiere auf früheren Studien der Investmentbank zu eventuellen Asbest -Schadenersatzklagen.

Die Münchener Rück hatte am Montag mitgeteilt, im ersten Quartal ihren Überschuss vor allem wegen einer Neuordnung ihrer Beteiligungsstruktur sowie Prämienerhöhungen in Folge der Terroranschläge vom 11. September deutlich gesteigert zu haben. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern Ergebnis-Zuwächse an.

Die Investmentbank Goldman Sachs hat die Ergebnis-Prognosen für die Münchener Rück nach der Analystenkonferenz sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr deutlich gesenkt. Die Analysten begründeten dies ebenfalls mit zusätzlichen Rücklagen für die defizitäre US-Tochter American Re, weiterhin schwachen Kapitalmärkten und gesunkenen Erträgen aus dem 25,8-Prozent-Anteil an der HypoVereinsbank.

Für das laufende Jahr reduzierte die US-Investmentbank ihre Prognose des Gewinns je Aktie (EPS) ohne Sondereffekte um 20 Prozent auf 13,47 Euro. Für 2003 senkten die Experten ihre EPS-Erwartungen um zehn Prozent auf 17,68 Euro. Zudem führten sie eine EPS-Prognose für 2004 von 19,2 Euro ein. Die Aktie der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft bleibe aber weiter auf der Empfehlungsliste ("Recommended List').

Eon: Rückzug aus dem Öl-Geschäft / "Akkumulieren" (WGZ-Bank)

Die Analysten der WGZ-Bank empfehlen die Aktie von Eon  (761 440) mit "Akkumulieren". Der Energieversorger hat wie erwartet die Put-Option hinsichtlich des Verkaufs der restlichen 49prozentigen Beteiligung an Veba Oel mit Wirkung zum 1.7.2002 ausgeübt. Im Gegenzug wird Eon die Beteiligung von BP an Ruhrgas von durchgerechnet 25,5 Prozent erwerben. Eon erhält wie vereinbart von BP 2,8 Milliarden Euro plus 500 Millionen Euro Kaufpreisanpassung. Der Nettobuchgewinn beträgt rund 800 Millionen Euro.

Somit wird sich Eon nun komplett aus den Ölaktivitäten zurückziehen, schrieben die Analysten in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Dieser Verkauf gelte auch unabhängig von dem bis Mitte Juli ausstehenden Ministervotum bezüglich der Erlaubnis der mehrheitlichen Ruhrgasübernahme, hieß es.

Air France: Kursziel 21 Euro / "Kaufen" (Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank hat die Aktien von Air France  (855 111) von "Marketperformer" auf "Kaufen" heraufgestuft, nachdem das halbstaatliche Unternehmen als einzige der großen europäischen Fluggesellschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Reingewinn vorweisen konnte. In seiner am Mittwoch in London veröffentlichten Studie bekräftigte Analyst Jonathan Wober sein Kursziel von 21 Euro (aktuell 18,5 Euro).

Die Stärke des Unternehmens helfe nicht nur dabei, der Schwäche der Branche weitgehend zu widerstehen. Sobald sich die Verkehrsfliegerei erhole, werde Air France den Aufschwung zu seinem Vorteil nutzen. Die vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Jahr (31. März) wertete der Experte auch als Beleg für die Bedeutung des Pariser Flughafens Charles de Gaulle.

Für das laufende Jahr rechne der Konzern mit einem höheren Betriebsgewinn als den 2001/02 erreichten 235 Millionen Euro. Wober kündigte deshalb eine Revision seiner Ertragsprognose an. Der Aktie sagt er für die kommenden zwölf Monate eine mindestens zehn Prozent bessere Entwicklung als dem französischen Leitindex CAC 40 voraus.