Aktientipps WGZ-Bank stuft MLP ab

Die WGZ-Bank stuft MLP auf "Reduzieren" ab. Im Kontext mit den zurückgewiesenen Vorwürfen der Bilanztrickserei sehen sie das Wachstum im sensiblen Private Banking Segment in Gefahr. Auch die geplante Kapitalerhöhung beruteilen die Analysten mit Skepsis. ABN Amro stuft Aktien der HypoVereinsbank auf "Akkumulieren". Die Commerzbank sieht in Teleplan-Papieren einen "Kauf".

Die WGZ-Bank stuft die MLP-Aktie  (656 990) von "akkumulieren" auf "reduzieren" zurück. Das Paper sei gestern nach in einem Anlegermagazin gestreuten Gerüchten um rund 16 Prozent abgestürzt und stand auch am Freitag unter Verkaufsdruck. Eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz habe die Investoren nicht überzeugen können. Der Verdacht einer kreativen Gestaltung der Bilanz bleibe.

Dies sei nach den global gemachten Erfahrungen der letzten Monate (Enronitis) eine dem Investorenvertrauen sehr abträgliche Situation. In Verbindung mit der noch immer hohen Bewertung der Aktie habe dies zum gestrigen Kursabschlag geführt.

Die Analysten der WGZ-Bank sehen weiter die Gefahr, dass Investoren die geplanten Kapitalmaßnahmen als Verwässerung der Gewinne ansehen könnten. Ein weiterer negativer Effekt aus der geplanten Kapitalerhöhung sei die Reduzierung des Free-Floats. Dies werde durch die im Juni erfolgende Umstellung des Dax auf eine Free-Float Gewichtung eine weitere Kursbelastung hervorrufen. Weiter sehen die Analysten der WGZ-Bank das für MLP wichtige starke Wachstum im sensiblen Private Banking Segment durch negative Presse gefährdet.

Die Analysten der WGZ-Bank empfehlen Positionen in MLP trotz des Kurssturzes in einer möglichen technischen Erholung zu reduzieren.

HypoVereinsbank: Gegen Betrugsaffaire gut abgesichert / "Akkumulieren" (ABN Amro)

Die Analysten von ABN Amro bleiben trotz wahrscheinlicher Verluste durch eine Betrugsaffaire in den USA bei ihrer Empfehlung, Aktien der Bayerischen HypoVereinsbank  (802 200) zu akkumulieren.

Die Hypo sei eine jener Banken, die insgesamt 600 Millionen bis eine Milliarde Euro durch eine Betrugsaffaire in den USA verloren haben könnten. Das FBI habe mehrere Männer verhaftet, die für Scheintransaktionen im Bereich des Metallhandels Finanzierungsgelder erhalten hätten. Die Banken hätten dafür von den Metallhandelsgesellschaften nur Phantomsicherheiten erhalten.

Folgende Banken dürften dabei Verluste erlitten haben, wobei der angebliche Verlust in Klammern stehe: JP Morgan (2,7 Millionen Dollar), Fleet National Bank (70 Millionen Dollar), KBC, West Landesbank (200 Millionen Dollar), Dresdner Bank (dreistelliger Millionenbetrag), Hypo Vereinsbank (51,8 Millionen Dollar nach Presseberichten) und weitere internationale Banken.

Nach Angaben der HypoVereinsbank solle der wahrscheinliche Verlust aber deutlich unter dem genannten Betrag liegen. Obwohl es sich dabei um einmalige Belastungen handle, seien solche Betrugsverluste angesichts der immer noch unsicheren Wirtschaftslage keine willkommene Nachricht.

Die Risikovorsorge der HypoVereinsbank, mit der die Analysten von ABN Amro rechneten, liege nach wie vor um 100 Millionen Euro über den Angaben der Bank selbst, was reichen sollte, um eine mittelgroße Belastung durch die amerikanische Affaire zu berücksichtigen. Sollte sich die Kreditqualität durch einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung nochmals verschlechtern, müssten die Analysten ihre Prognosen für 2002 weiter zurücknehmen. Vorläufig bleiben die Analysten von ABN Amro aber bei ihrer Empfehlung "akkumulieren" für Aktien der HypoVereinsbank.

Teleplan: Gewinn über Erwartungen / "Kaufen" (Commerzbank)

Die Analysten der Commerzbank stufen die Aktie von Teleplan  (916 980) unverändert mit "Kaufen" ein und sehen das Kursziel bei 26 Euro (aktuell 13 Euro).

Teleplan habe seine endgültigen Ergebnisse für das erste Quartal bekannt gegeben, nachdem die Vorabzahlen schon im März veröffentlicht worden seien. Der im ersten Vierteljahr 2002 erwirtschaftete operative Gewinn habe mit 6,16 Millionen Euro die Erwartungen von 5,2 Millionen Euro übertroffen, wobei der Umsatz in Höhe von 132,4 Millionen Euro unter der Schätzung von 148,8 Millionen Euro geblieben sei. Die Umsatzprognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2002 sei mit 783 Millionen Euro höher als Teleplans eigene Zielvorgaben von 650 bis 750 Millionen Euro.

Das Unternehmen weise eine Nettoverschuldung von 72,3 Millionen Euro auf. Doch aufgrund der Betriebs-Cash-Flows in der Größenordnung von acht bis zehn Millionen Euro je Quartal und beträchtlichem Barmittelzufluss im wichtigen letzten Vierteljahr werde das Unternehmen einen Teil seiner Schulden zurückzahlen können.

Neue, im Januar und Februar gewonnene Aufträge (zum Beispiel Microsoft X-box) würden von den Quartalszahlen nicht vollständig widergespiegelt. Die Unternehmensleitung rechne aber in den nächsten Quartalen mit einer Umsatzsteigerung. Die vorläufigen Zahlen würden Anlass zur Hoffung geben, dass Teleplan die Vorhersagen für das Geschäftjahr 2002 erfüllen werde. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten der Commerzbank die Teleplan-Aktie weiterhin zum Kauf.

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