Aktientipps BASF, Deutsche Bank, Porsche

Die Analysten von Helaba sehen vor den Zahlen bei BASF eine Einstiegschance - der zyklische Wert stehe am Wendepunkt. Delbrück sieht den Gewinnsprung bei der Deutschen Bank mit Skepsis. Die HypoVereinsbank setzt weiter auf Porsche.

Die Analysten von Helaba Trust behalten trotz der unsicheren Konjunktursituation ihre Einschätzung "Outperformer" für den Chemiekonzern BASF  (515 100) bei. Das Unternehmen legt am morgigen Dienstag, 30. April, seine Quartalszahlen vor. Die Analysten rechnen mit einem Umsatzrückgang von 11 Prozent und mit einem Ebit-Rückgang um 31 Prozent gegenüber Vorjahr. Das Ebit sei aber durch die Restrukturierungsaufwendungen von rund 50 Millionen Euro belastet ist.

Bis auf die Sparte Pflanzenschutz und Ernährung dürfte sich die Ertragssituation im Vorjahresvergleich in allen Segmenten verschlechtert haben, so die Schätzung. Aber gegenüber dem vierten Quartal 2001 sei eine Ergebnissteigerung für alle Bereiche zu erwarten. Insbesondere die von der Konjunktursituation besonders abhängigen Industriebereiche (Chemikalien und Kunststoffe/Fasern) sollten langsam wieder von einer Nachfragebelebung sowie einer erhöhten Kapazitätsauslastung profitieren. Der Ausblick des BASF-Managements werde noch verhalten bleiben: Langfristig sei der zyklische Wert jedoch für einen konjunkturellen Aufschwung gut positioniert ist. Zudem eröffne der finanzielle Spielraum des Unternehmens weiteres externes Wachstumspotential.

Deutsche Bank: Lage bleibt schwierig / "Neutral" (Delbrück)

Die Analysten von Delbrück Asset Management stufen die Aktie der Deutsche Bank  (514 000) nach Vorlage der Quartalszahlen weiterhin mit "Neutral" ein. Der Gewinn im ersten Quartal 2002 sei stärker als erwartet um 56 Prozent gestiegen. Das Ergebnis sei allerdings durch den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen verzerrt worden. Dem Konzern sei es außerdem gelungen, durch Stellenabbau und strenge Kostenkontrolle die Kosten um 14 Prozent zu senken. Der Umsatz sei jedoch um 7 Prozent zurück gegangen, wobei das Handelsgeschäft mit einem Ergebnisrückgang von 41 Prozent weiterhin Sorgen bereite. Die Deutsche Bank habe auch ihre Risikorückstellungen auf 314 Millionen Euro mehr als verdoppeln müssen.

In Zukunft wolle man sich von weiteren Beteiligungen trennen und die Einnahmen daraus zum Rückkauf von 10 Prozent der eigenen Aktien nutzen. Das Management habe außerdem beschlossen, die erst im September 1999 ausgegliederte Deutsche Bank 24 wieder unter dem Dach des Mutterkonzerns zu integrieren. Die andauernden Restrukturierungen würden allerdings Ressourcen binden.

Porsche: Hoffnung ruht auf Cayenne / "Kauf" (HypoVereinsbank)

Die HypoVereinsbank empfiehlt die Aktie des Automobilherstellers Porsche (693 773) weiterhin zum Kauf, obwohl der Titel bereits einen rasanten Kursaufschwung vollzogen und sich im Vergleich zum Euro Stoxx 50 bereits um 23 Prozent besser entwickelt hat. Angesichts der guten Absatzchancen des neuen Cayenne, die die Analysten im Geschäftsjahr 2003/04 auf 38.000 Stück beziffern, ergebe sich zum wiederholten Male eine besser als erwartete Ertragsperspektive.

Bedingt durch die niedrige Fixkostenbasis werde das neue Modell einen sehr niedrigen Break-Even-Punkt haben. Porsche bleibe der qualitativ beste Wert der Automobilbranche. Die Analysten erhöhen ihr Kursziel von bislang 560 Euro auf 630 Euro. Sowohl das DCF-Modell als auch eine SOP-Bewertung würden ähnliche Werte ergeben, und die SOP-Bewertung signalisiere eine Unterbewertung des Automobilgeschäftes von ca. 28 Prozent gegenüber dem historischen Durchschnitt.