Aktientipps Vertrauen in ThyssenKrupp zurückgewonnen

Goldman Sachs empfiehlt ThyssenKrupp auf der "Recommended List". Merck Finck sieht in der HypoVereinsbank einen "Outperformer". Die Consors-Zahlen haben die Analysten von SES Research nicht überrascht.

Nach einem Treffen mit Ulrich Middelmann, stellvertretender Vorsitzender von ThyssenKrupp  (750 000) und CEO von ThyssenKrupp Steel, haben die Analysten von Goldman Sachs in den Stahlriesen ihr "Vertrauen wiedergewonnen". Zwar wird für das Jahr 2002 ein deutlicher Ergebniseinbruch prognostiziert, die Aktie bleibe jedoch in der Empfehlungsliste ("Recommended List").

Der erwartete Gewinn je Aktie (EPS) für das Gesamtjahr 2001 wurde mit 1,10 Euro angegeben, für 2002 werden minus 0,30 Euro prognostiziert.

Die Analysten hoben in ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie die margenstarke Stahlsparte hervor, die mittelfristig den Gewinn vor Steuern (EBT) für den Gesamtkonzern auf 1,4 Milliarden Euro steigern sollte. Die ins Stocken geratene Umstrukturierung sei nicht auf Fehler im Management zurückzuführen, sondern auf die schwache Weltwirtschaft. Dadurch konnten für die Verlustbringer keine Käufer gefunden werden. Im Sog der US-Konjunkturerholung sollte ThyssenKrupp es jedoch schaffen, sich im Jahr 2003 als schlankerer Konzern zu präsentieren.

HypoVereinsbank: Aus in Spanien / "Marketperformer" (Merck Finck)

Die Analysten von Merck Finck & Co. haben die Aktie der HypoVereinsbank  (802 200) nach deren Teilrückzug aus dem spanischen Filialbankengeschäft am Dienstag erneut mit "Marketperformer" eingestuft. Ihrer Einstufung gemäß wird sich der Titel in den kommenden sechs Monaten im Gleichklang mit dem Index entwickeln, bei einer möglichen Schwankungsbreite von fünf Prozent nach oben und unten.

Die Einnahmen aus den Beteiligungsverkäufen in Spanien verbesserten zwar das Finanzergebnis. Sie seien aber einmalig und rechtfertigten keine Änderung der Aktieneinstufung, schrieben die Analysten.

Am Montag hatte die HypoVereinsbank bekannt gegeben, ihre 4,1 Prozent-Beteiligung an der drittgrößten spanischen Bank Banco Popular an die Allianz für 354 Millionen Euro verkauft zu haben. Die Analysten von Merck Finck & Co. erwarten, dass die HypoVereinsbank auch noch ihre verbliebenen 0,56 Prozent-Beteiligung an dem spanischen Institut über den Markt verkauft werde. Dadurch sei mit weiteren Einnahmen von bis zu 50 Millionen Euro zu rechnen. Im Rahmen ihrer Strategie, das spanische Privat-Hypotheken Geschäft zu verlassen, werde die Bank voraussichtlich auch noch ihre 50-Prozent-Beteiligung an der Banco Hipotecario an die Banco Popular verkaufen.

Als Grund für diesen Rückzug aus Spanien sehen die Analysten von Merck Finck & Co. die Chancenlosigkeit der HypoVereinsbank, jemals eine Mehrheit an der Banco Popular zu erlangen. Zudem habe die geringe eigene Rentabilität die Bank bewogen, sich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang seien die Aktivitäten im spanischen Markt zu kostspielig und zeitaufwendig gewesen.

Consors: Ergebnis wie erwartet / "Marketperformer" (SES Research)

Die Analysten von SES Research haben die Aktie von Consors  (542 700) nach Vorlage der vorläufigen Zahlen als "Marketperformer" bestätigt. Der Online-Broker hatte am Montagabend per Ad-hoc-Mitteilung operative Erträge in Höhe von 179,6 Millionen Euro bekannt gegeben und lag damit leicht oberhalb der SES-Erwartungen von 177,9 Millionen Euro. Die operativen Aufwendungen vor Abschreibungen lagen im Jahr 2001 bei 243,9 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2001 lagen diese bei 54,1 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorquartal hat Consors die Kosten also "lediglich um ein Prozent senken" können, merkten die Analysten in ihrer Studie vom Dienstag kritisch an. "Die operativen Aufwendungen vor Abschreibungen waren somit um 9,8 Prozent höher als von uns prognostiziert", hieß es. Diese Abweichung sei insbesondere auf Restrukturierungsaufwendungen zurückzuführen, die in Höhe von 5,6 Millionen Euro anfielen.

Deutlich geringer als erwartet ausgefallene Abschreibungen auf Sachanlagen im vierten Quartal hätten diesem Effekt jedoch positiv entgegen gewirkt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Beteiligungen und Firmenwerte in Höhe von 79,5 Millionen Euro hatten die Analysten in dieser Höhe erwartet. Insgesamt liege das vorgelegte Ergebnis für das vierte Quartal 2001 im Rahmen der Prognosen.

SES Research geht davon aus, dass der Verkauf des Online-Brokers Ende April 2001 vollzogen sein wird. Eine deutliche Prämie auf den aktuellen Kurs sei jedoch nicht zu erwarten.

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