Aktientipps SAP-Geschäft gewinnt an Dynamik

Merrill Lynch empfiehlt die Aktie von SAP zum Kauf. Die LBBW sieht in Epcos einen "Outperformer". JP Morgan bestätigt BASF nach Vorlage der Geschäftszahlen als "Marketperformer".

Das Investmenthaus Merrill Lynch hat die Aktien des Walldorfer Softwareunternehmens SAP  (716 460) mittelfristig mit "Kaufen" bewertet. Langfristig sei das Papier ein "Strong Buy". So sollen die Papiere innerhalb der kommenden zwölf Monate eine Rendite von mindestens 20 Prozent aus Kursgewinn und Dividende abwerfen.

Zwar habe das Unternehmen zur Cebit zahlreiche Mitteilungen gemacht, doch seien darunter kaum Neuigkeiten gewesen. Aus diesem Grund habe sich die Analysten-Einschätzung für SAP nicht geändert.

Da das Geschäft in Europa, den USA und Asien wieder langsam an Dynamik gewinne, gehen die Experten davon aus, dass bis 2004 eine Umsatzmarge von 25 Prozent erreicht wird.

Epcos: Fairer Wert 58 Euro / "Outperformer" (LBBW)

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg haben die Aktie von Epcos  (512 800) als "Outperformer" bestätigt. Der faire Wert der Aktie wurde mit 58 Euro (aktuell 48,5 Euro) angegeben. Das Unternehmen "scheint noch ein weiteres schwieriges Quartal vor sich zu haben, sollte aber die Talsohle bei den Umsatzerlösen im vergangenen Quartal erreicht haben", hieß es in der Studie. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres würde sich die positive Entwicklung nach Meinung der Analysten fortsetzen. Zusätzlich sollte sich wegen der Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer die Kostensituation entspannen.

Epcos hatte zuvor die Umsatzprognosen für das laufende Quartal leicht erhöht. Bei Vorlage der Zahlen für das erste Geschäftsquartal am 31. Januar diesen Jahres hatte das Management noch von einer konstanten beziehungsweise eventuell leicht rückläufigen Erlösentwicklung gegenüber dem Vorquartal gesprochen. Nunmehr schließt der Konzern eine negative Entwicklung der Umsätze im zweiten Geschäftsquartal aus. Ursache dafür sind aus Sicht der Analysten wieder verstärkte Auftragseingänge von Seiten der Mobilfunk- sowie Automobilbranche. Daneben könnte die Stärke des japanischen Yen gegenüber dem Euro in den letzten Wochen den Preisdruck etwas abgemildert haben.

Die LBBW hat daher ihre Schätzungen für den Quartalsumsatz von 312 Millionen Euro auf 323 Millionen Euro angehoben. Beim operativen Ergebnis gehen die Analysten von einem mit 0,3 Millionen Euro leicht positiven Wert nach zuvor minus 3,9 Millionen Euro aus. Das Ergebnis je Aktie (EPS) im Quartal wird, aufgrund des negativen Finanzergebnisses, auf minus 0,02 Euro prognostiziert. Die vorherige Schätzung belief sich auf minus 0,07 Euro je Aktie. Entsprechend erhöhte sich das EPS für das Gesamtjahr 2001/02 von 0,48 Euro auf 0,56 Euro.

Im zweiten Geschäftshalbjahr sollte es dem Unternehmen gelingen die Umsätze jeweils im zweistelligen Bereich gegenüber dem jeweiligen Vorquartal zu steigern. Gründe hierfür sehen die Analysten in der wieder anziehenden Nachfrage von Seiten der Mobilfunkbranche sowie den vielversprechenden neuen Produkten im Bereich Automobilindustrie. Zudem geht die LBBW wegen der anziehenden Weltkonjunktur industrieweit von einer höheren Kapazitätsauslastung aus. Dies sollte zu einer merklichen Verlangsamung des Preisdrucks von derzeit fünf Prozent auf Quartalsbasis auf ein Normalniveau von ungefähr vier bis sechs Prozent jährlich führen.

BASF: Kursziel 45 Euro / "Marketperformer" (JP Morgan)

Das Investmenthaus JP Morgan hat die BASF-Aktie  (515 100) mit "Marketperformer" bestätigt. Damit reagierten die Experten in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie auf die Geschäftszahlen des Chemiekonzerns. Der Umsatz im vierten Quartal sei mit 7,683 Millionen Euro etwas besser ausgefallen als von JP Morgan erwartet. Die Analysten waren von 7,345 Millionen Euro ausgegangen.

Dagegen sei der Verlust im vierten Quartal mit minus 468 Millionen Euro schlechter als erwartet ausgefallen. Die Broker hatten lediglich mit einem Verlust von 360 Millionen Euro gerechnet. Die Konsensusschätzungen lagen bei minus 338 Millionen Euro.

"Nach unseren derzeitigen Prognosen erscheint BASF im Jahr 2002 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,5 fair bewertet", erläutern die Experten. Da sie jedoch von einer starken Erholung der Industrie im zweiten Halbjahr ausgehen und diese noch nicht in ihren Prognosen berücksichtigt sei, schließen die Analysten eine Anhebung der Prognosen nicht aus.

Falls die erhoffte Erholung tatsächlich eintreten sollte, will JP Morgan seine Erwartungen für den Gewinn je Aktie (EPS) im Jahr 2003 um zwanzig Prozent erhöhen und das Kursziel von 45 Euro auf 53 Euro (aktuell 46 Euro) setzen. Darüber hinaus hoben die Experten die Verfügung über freie Mittel des Konzerns positiv hervor.

Die Einstufung "Marketperformer" vergeben die Analysten von JP Morgan, wenn die Aktie ihrer Ansicht nach bis zu zehn Prozent unter ihrem fairen Wert notiert. Das Rating "Marketperformer" kann auch für Aktien vergeben werden, die mehr als zehn Prozent unter ihrem fairen Wert gehandelt werden, wenn anzunehmen ist, dass dieser Abschlag von dauerhafter Natur ist.