Aktientipps Konservative Bilanz bei Linde

Delbrück empfiehlt die Aktie von Linde nach Vorlage der Geschäftszahlen. Die BW Bank bewertet Vodafone mit "Übergewichten". Die LBBW stuft ProSiebenSat.1 auf "Akkumulieren" hoch.

Die Analysten von Delbrück Asset Management stufen die Aktie des deutschen Maschinenbauers Linde  (648 300) weiterhin mit "Übergewichten" ein. Die Ergebniszahlen von Linde liegen knapp unter den Prognosen des Bankhauses. So sei 2001 das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) mit 687 Millionen Euro etwas enttäuschend ausgefallen. Dank eines überraschend guten Finanzergebnisses im vierten Quartal liege das Ergebnis vor Steuern mit 505 Millionen Euro und der Jahresüberschuss mit 289 Millionen Euro jedoch im Rahmen der Erwartungen.

Dennoch stelle sich angesichts der leicht rückläufigen operativen Marge die Frage, ob die Aktie aktuell tatsächlich das Potenzial habe, über ihre faire Spanne von 50 bis 56 Euro zu klettern. Aufgrund der sehr konservativen Bilanzierung sei eine momentan wichtige Voraussetzung für einen Bewertungsaufschlag gegeben. Die Analysten überprüfen daher ihr Übergewichten-Rating.

Vodafone: Sentiment verbessert sich / "Übergewichten" (BW Bank)

Die Analysten der BW Bank bewerten die Aktie des weltgrößten Mobilfunkkonzerns Vodafone  (875 999) mit "Übergewichten". Die japanische Vodafone-Tochter Japan Telecom erwarte eine bessere operative Entwicklung bei ihrer Mobilfunktochter, so die Analysten. Allerdings werde dies laut Vodafone keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben, da zugleich höhere Finanzierungskosten anfallen würden.

Die Analysten werten die Meldung insgesamt dennoch positiv, da die operativen Verbesserungen nachhaltiger sein dürften als die gegenläufigen Effekte. Bedeutsam sei auch, dass die von Vodafone begonnenen Strukturmaßnahmen Wirkung zeigen und generell die zur Zeit sehr negative Stimmung gegenüber Mobilfunkaktien langsam verbessert werde.

ProSiebenSat.1: Attraktives Kurspotenzial / "Akkumulieren" (LBBW)

Die Analysten der Landebank Baden-Württemberg haben die Aktie von ProSiebenSat.1  (777 117) auf "Akkumulieren" hochgestuft. Auch nach dem starken Kursanstieg eröffne das derzeitige Bewertungsniveau auf Jahressicht dem Titel attraktives Kurssteigerungspotenzial, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichen Analyse. In Erwartung eines schwachen Geschäftsverlaufes für das erste Quartal dürfte das kurzfristige Kurspotenzial jedoch begrenzt sein.

Das Medienunternehmen ist mit seinen Fernsehsendern Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 die größte deutsche Fernsehgruppe. Das Unternehmen erzielt rund 97 Prozent seines Umsatzes mit dem werbefinanzierten Fernsehgeschäft und erreichte in 2001 einen TV-Bruttowerbemarktanteil von 45,6 Prozent.

In einem für die gesamte Werbebranche schwierigen Geschäftsjahr 2001 hat auch die ProSiebenSat.1-Gruppe Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen müssen. Der Umsatzrückgang fiel mit 6,5 Prozent auf 2.014,7 Millionen Euro im Vergleich zum TV-Gesamtmarkt, der ein Minus von sieben Prozent auf 4,4 Milliarden Euro verbuchte, leicht schwächer aus, teilten die Analysten mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 169,1 Millionen Euro um 37,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, der Jahresüberschuss reduzierte sich um 26,2 Prozent auf 68,1 Millionen Euro.

Bezüglich der zu erwartenden Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr geht die LBBW davon, aus, dass eine signifikante Umsatz- und Ertragsverbesserung auf Grund der anhaltend schwachen Werbekonjunktur erst im zweiten Halbjahr zu verzeichnen sein wird.

Mit der Bekanntgabe der Jahreszahlen habe das Management noch einmal die strategische Bedeutung der Fusion mit Kirch Media unterstrichen. Da eine Vielzahl von Maßnahmen für die Verbesserung der Finanzlage bei der Kirch-Gruppe vonnöten sind, halten die Analysten einen Fusionstermin vor Ablauf des Jahres für wenig realistisch. Positiv zu werten sei die geplante Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien. Den freien Aktionären würde dann angesichts eines Free-Float-Anteils von 36 Prozent eine aktive Rolle bei der Abstimmung über die Fusion eingeräumt werden.