Aktientipps Chancen bei Siemens und Preussag

M.M. Warburg sieht charttechnische Kaufsignale bei Preussag. Die HypoVereinsbank sieht steigende Gewinne bei Siemens. Delbrück mahnt bei Tyco zur Vorsicht, sieht aber keine Parallelen zum Enron-Skandal.

Die Analysten von M.M.Warburg sehen in ihrer charttechnischen Analyse Kaufsignale bei der Aktie des Touristik-Konzerns Preussag  (695 200). Den ersten Teil des schnellen und erheblichen Kursanstiegs der Preussag-Aktie dürften etliche Anleger verpasst haben, meinen die Analysten. In der aktuellen Situation gehe es nun um die Fortsetzungssignale, die in diesem Fall einen Bärenmarkt von einem Bullenmarkt trennen.

Bei 35,24 Euro bzw. 36,01 Euro würde es der Preussag-Aktie gelingen, den Aufwärtstrendverlauf seit Oktober 1998 wiederherzustellen. Zweitens würde der Abwärtstrend vom Beginn des Jahres 2000 überwunden werden. Die sich langsam verflachende 200-Tage-Durchschnittslinie gelte dabei bereits als überwunden (Stand: 32,42 Euro). Gelinge dem Aktienkurs der Ausbruch durch die letzte und höhere der genannten Marken, so komme man an einer nachhaltig positiven (technischen) Sichtweise der Preussag-Aktie nicht vorbei.

Siemens: Gewinnprognose erhöht / "Outperformer" (HypoVereinsbank)

Die Analysten der HypoVereinsbank stufen die Aktie von Siemens (Kurswerte anzeigen) (723 610) als "Outperformer" ein. Siemens habe im ersten Quartal Umsätze in Höhe von 21 Milliarden Euro erzielt und die Erwartungen bestätigt. Der Konzern sehe erste positive Anzeichen einer steigenden Nachfrage bei ICM (Mobile) und bestätige seine weltweite Marktprognose von bis zu 440 Millionen Handsets.

Das insgesamt positive Bild werde von der negativen Entwicklung bei der Netzwerksparte ICN Networks getrübt. Hier könnten Ressourcenanpassungen zu weiteren Belastungen führen. Die Analysten erhöhen ihre Schätzung für den Gewinn pro Aktie von 3,11 Euro auf 3,94 Euro für 2003. Im Zuge der Sum-of-the-Parts-Bewertung werde der Fair-Value von 84 Euro auf gut 86 Euro angehoben.

Tyco: Vorsicht geboten / "Übergewichten" (Delbrück)

Die Analysten von Delbrück Asset Management stufen die Aktie des krisengeschüttelten amerikanischen Mischkonzerns Tyco (907 902) vorerst noch mit "Übergewichten" ein, raten aber zur Vorsicht. Die Aktie steht massiv unter Druck. Gerüchte über möglicherweise ungerechtfertigte Zahlungen bei der Übernahme von CIT belasten die Aktie. Weiterhin gebe es auch Spekulationen über die Bilanzierungsmethoden des Unternehmens. Außerdem hätten einige Hedge Fonds hohe Short-Positionen.

Trotz der Vielzahl der Übernahmen und der hohen Verschuldung sei ein Vergleich mit dem Enron-Skandal nicht gerechtfertigt. Tyco könne immer noch einen positiven Cash-Flow und Gewinne vorweisen. Das Management plane den Konzern transparenter zu machen. Eine SEC-Untersuchung habe Tyco außerdem vom Verdacht der Bilanz-Verfälschung freigesprochen. Die Analysten raten jedoch bei dem Titel zur Vorsicht. Sollte sich ein weiterer Vertrauensverlust seitens der Investoren und der Analysten andeuten, empfehlen sie dann den Ausstieg aus dem Wert.