Aktientipps Ritterschlag für Nokia von Goldman Sachs

Die US-Investmentbank empfiehlt Nokia in seiner "Recommended List". Die SEB stuft DaimlerChrysler mit "Kaufen" ein. Positive Analystenkommentare bekommt Ryanair von Merrill Lynch.

Goldman Sachs hat die Aktie des Handyproduzenten Nokia  (870 737) hochgestuft und in die renommierte Empfehlungsliste ("Recommended List") aufgenommen. Zuvor wurde der Wert als "Outperformer" angesehen. Auf Grund der "starken" Ergebnisse im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres haben die Analysten die Prognosen für den Gewinn je Aktie (EPS) für das Jahr 2000 um sechs Prozent auf 0,87 Euro angehoben. Für 2003 wird das EPS auf 0,97 Euro prognostiziert.

Der faire Wert der Aktie wird nunmehr bei 32 Euro (zuvor 29 Euro) angesehen. Die voraussichtliche Handelsspanne geben die Wertpapierexperten mit 25 bis 39 Euro (aktuell 26,30 Euro) an. Dabei sollte die Aktie im zweiten Halbjahr eher am oberen Ende der Spanne notieren, hieß es in der am Freitag vorgelegten Studie. Für Goldman Sachs bleibt die Nokia-Aktie im Bereich Mobiltelefone der bevorzugte Titel.

DaimlerChrysler: Kursziel 56 Euro / "Kaufen" (SEB)

Die Analysten der SEB haben die DaimlerChrysler-Aktie  (710 000) zum Kauf empfohlen. Zuvor gab der Automobilkonzern bekannt, seine Teile des Capital Services Portfolio an die GE Capital zu verkaufen. Für den Verkauf des Commercial Real Estate und Asset Based Lending Portfolios erhält DaimlerChrysler 1,3 Milliarden Euro. Die Veräußerung sei ein Teil der Strategie von DaimlerChrysler, sich auf das Automobilgeschäft und die damit verbundenen Leistungen zu konzentrieren. Gleichzeitig soll damit eine Ausweitung der Dienstleistungen verbunden sein.

Das Kursziel für die Aktie gaben die Analysten mit 56 Euro an. Die Perspektiven innerhalb des Konzerns seien unterschiedlich: Während Mercedes die Perle bleibe, könnte die Absatzschwäche in den USA sowie der harte Wettbewerbsdruck auf Grund des verschärften Preiskampfs in den USA die gut voranschreitenden Restrukturierungen bei der defizitären US-Tochter Chrysler überschatten, hieß es.

Ryanair: Branchen-Markführer / "Kaufen" (Merrill Lynch)

Die Investmentbank Merrill Lynch hat den Auftrag über 100 Boeing-Maschinen der Ryanair  (908 889) als Zeichen für die Marktführerschaft der Iren unter den europäischen Billigfluggesellschaften gewertet. Die Anlageempfehlung "Kaufen" und die Gewinnprognosen blieben aber zurzeit unverändert, schreiben die Analysten am Freitag. Das Geschäft spiegele die Wachstumsstärke des Billigairline-Marktes wider.

Ryanair hatte beim US-Flugzeugbauer Boeing 100 Maschinen vom Typ 737-800 bestellt und sich eine Kaufoption für weitere 50 vorbehalten. Dies sei der größte Auftrag einer einzigen Fluggesellschaft, schreiben die Experten.

Der Katalogpreis für die Order belaufe sich auf 9,1 Milliarden Dollar oder 61 Millionen Dollar pro Maschine. Ryanair dürfte aber angesichts der derzeitigen Schwäche in der Flugzeugbau-Branche und des Auftragsumfangs einen deutlichen Preisnachlass erhalten haben. Die Iren haben nach Meinung der Analysten einen Discount von 65 Prozent auf 20 bis 25 Millionen Dollar pro Flugzeug herausgehandelt.

Die Maschinen ermöglichten ein Kapazitätswachstum von mindestens 25 Prozent pro Jahr bis 2009. Die Auslieferung beginne im ersten Quartal. Mit ihrer Anlageempfehlung erwarten die Merrill-Lynch-Analysten, dass die Aktie einen Gesamtertrag - also Kursgewinn und Dividende – von mindestens zehn Prozent abwirft.