Aktientipps Goldman adelt ThyssenKrupp, Kinowelt in der Krise

Goldman Sachs stuft ThyssenKrupp hoch und empfiehlt die Aktie in der "Recommended List". SES Research sieht die Zukunft von Kinowelt Medien skeptisch. Die LBBW bestätigt ING als "Marketperformer".

Goldman Sachs hat die Aktie von ThyssenKrupp  (750 000) von "Outperformer" auf die "Recommended List" (Empfehlungsliste) hochgestuft. Den erwarteten Gewinn je Aktie (EPS) gaben die Analysten für das Jahr 2001 mit 1,10 Euro und für das Jahr 2002 mit minus 0,30 Euro an.

Die Wertpapierexperten erklärten die gute Bewertung mit den Effekten der Steuerreform. Zudem sollten die Titel des Stahlgiganten vom erwarteten Aufschwung des Stahl-Branchenzyklus profitieren.

Kinowelt Medien: Insolvenz droht / "Underperformer" (SES Research)

Die Analysten von SES Research sehen die Zukunft von Kinowelt Medien  (628 590) skeptisch. Da der Titel "nicht mehr die Kriterien des Anlageuniversums unserer Klientel erfüllt", stellen die Wertpapierexperten ihre Betrachtung des Unternehmens ein. In ihrer Abschlussstudie wird die Aktie als "Underperformer" bestätigt.

Grund für die negative Beurteilung ist die Kündigung der Kredite zum 28. November 2001 durch die ABN Amro Bank. Da das Unternehmen offensichtlich aus eigener Kraft nicht in der Lage ist den Betrag von über 100 Millionen Mark aufzubringen, sei ein Insolvenzverfahren wahrscheinlich, schrieben die Analysten. Fraglich bleibe nun, ob die anderen kreditgebenden Institute das Insolvenzverfahren abwenden werden.

ING: Gute Risikostreuung / "Marketperformer" (LBBW)

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht die Aktie des niederländischen Allfinanzkonzerns ING  (881 111) wegen der guten Risikostreuung in allen Geschäftsfeldern weiterhin als "Marketperformer". Eine weitere nachhaltige Schwächung der globalen Aktienmärkte würde freilich auch die Ertragskraft von ING deutlich schwächen, schreiben die Experten.

Mit ihrer Einstufung erwarten die Analysten, dass sich ING in den kommenden Monaten im Gleichklang mit dem EuroStoxx50 bewegen wird. Das Unternehmen ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 63 Milliarden Euro der zweitgrößte Allfinanzkonzern in Europa.

Nach den Anschlägen vom 11. September hatte ING Mitte Oktober eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Nach Einschätzung der LBBW-Experten ist das damals reduzierte Wachstumsziel von fünf Prozent im Gesamtjahr selbst bei einer möglichen Erhöhung der Schadenssumme aus den Terroranschlägen in den USA noch erreichbar. Das Kreditengagement von ING in Argentinien biete ebenfalls keine weiteren Risiken.