"Der Tag mit mm premium" Der Tag vor dem Lufthansa-Showdown

Erst kam Corona, dann die Bundesregierung: Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Erst kam Corona, dann die Bundesregierung: Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Foto: Majid Moussavi

noch nie hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr so viele aufmunternde E-Mails von seinen Mitarbeitern bekommen wie dieser Tage. Spohrs Mantra, die Lufthansa sei kein x-beliebiges Unternehmen, sondern ein unbedingt zu rettendes Juwel der deutschen Wirtschaft, verfängt. In der Vergangenheit mag es hoch hergegangen sein zwischen CEO und seinen innerbetrieblichen Kritikern; nun schweißt die Krise den Konzern zusammen.

Die Rettung durch den deutschen Staat könnte auf der morgigen Online-Hauptversammlung erneut verzögert werden - diesmal durch den Widerstand des milliardenschweren Großaktionärs Heinz Hermann Thiele. Die Lufthansa hat allerdings einen Plan B in der Hinterhand.

Egal, auf welche Weise die Rettung schlussendlich über die Bühne geht: Für die Lufthansa wird es ein fataler Deal, analysiert mein Kollege Michael Machatschke. Der Kranich wird auch mit Bundesmilliarden zum Sanierungsfall, Spohr kann einstige kühne Pläne begraben: Wie die Lufthansa unter der Staatshilfe leidet. 

Die Wirtschaftsthemen des Tages:

  • Neuer Akt im Drama um Wirecard: Nach dem ehemaligen Konzernchef Markus Braun rückt dessen einstiger Vertrauter Jan Marsalek in den Fokus. Der Ex-COO gilt als Schlüsselfigur des Skandals und hält sich möglicherweise auf den Philippinen auf. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will er sich Anfang nächster Woche stellen. Derweil hat ein erster Kunde die Partnerschaft mit Wirecard bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

  • Im Corona-Desaster bei Deutschlands größtem Schlachtkonzern hat Miteigner Robert Tönnies lange geschwiegen. Jetzt versucht er, die momentane Schwäche seines übermächtigen Onkels Clemens zu nutzen; der Machtkampf, 2017 schon einmal plakativ beendet, flammt wieder auf. Die Stunde der Rache  - wir porträtieren den scheuen Außenseiter Robert Tönnies.

  • Die kurze Partnerschaft zwischen Softbank und der Deutschen Telekom endet schon wieder: Weil die Japaner dringend Geld brauchen, verkaufen sie Anteile am gemeinsam geschmiedeten Mobilfunkriesen T-Mobile US. Telekom-Chef Höttges hatte dabei den stolzen Softbank-Chef Masa Son in der Hand, erklärt mein Kollege Philipp Alvares. Der Deal zeige zugleich Stärke und Tragik des Bonner Konzerns.

  • Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist im Juni so stark gestiegen wie noch nie in der Geschichte des Ifo-Index. "Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels", betonte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Ökonomen kommentierten trotzdem vorsichtig.

  • Ein Einwegplastik-Verbot in Deutschland rückt näher. Die Bundesregierung brachte heute die Umsetzung des EU-Verbots auf den Weg. Umweltschützer und auch die kommunalen Müll-Entsorger fordern aber noch Nachbesserungen.

Die Auto-News des Tages:

Meine Empfehlung für den Abend:

"Das waren die schwierigsten beiden Jahre meines Lebens" - Tengelmann-Chef Christian Haub

"Das waren die schwierigsten beiden Jahre meines Lebens" - Tengelmann-Chef Christian Haub

Foto: Tengelmann
  • Hinter Tengelmann-Chef Christian Haub liegen die schwersten beiden Jahre seines Lebens. Erst starb der Vater, dann kehrte Bruder Karl Erivan von einer Skitour nicht mehr zurück, die Familie zerbrach im Streit. Nun muss Haub das milliardenschwere Konglomerat, zu dem der Baumarktkonzern Obi und der Textildiscounter Kik gehört, auch noch gegen die Corona-Pandemie verteidigen. Im Gespräch mit meinem Kollegen Martin Mehringer  erzählt er ausführlich über den Streit in der Familie, das Verhältnis zu Bruder und Schwägerin sowie über seine Pläne mit der Tengelmann-Gruppe.

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann

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