"Der Tag mit mm premium" Der Tag mit Revolte und Corona-Kämpfern

"Fehlentscheidungen" und "Tatenlosigkeit" hatte Großaktionär Cerberus dem Aufsichtsrat der kriselnden Commerzbank vergangene Woche in seinem Brandbrief vorgeworfen. Die Forderung nach zwei Sitzen im Aufsichtsrat prallte an der Bank-Spitze ab, postwendend verkündete man, es gebe da keine freien Stellen und die Notwendigkeit eines Umbaus sehe man auch nicht.

Entsprechend wenig überraschend, dass der Finanzinvestor jetzt erneut ausholt und "alternative Wege zur Herbeiführung der notwendigen Veränderungen" androht.

Was das heißen soll? Es sieht ganz danach aus, dass Cerberus sich Verbündete suchen und eine Aktionärsrevolte anzetteln wird. Eine außerordentliche Hauptversammlung kann der Investor jedenfalls verlangen - dank seiner Fünf-Prozent-Beteiligung.

Was heute wichtig war - die Wirtschaftsnews des Tages:

Tina Müller: "Die Pandemie wirkt wie ein Katalysator für den Onlinehandel"

Tina Müller: "Die Pandemie wirkt wie ein Katalysator für den Onlinehandel"

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imago images/Future Image

  • Anfang Mai musste sich Douglas-Chefin Tina Müller nach einer Notoperation in Reha begeben. Mit ihrer Rückkehr in den Dienst wurde frühestens im August gerechnet. Doch nun zwingt sie die Corona-Krise schon zum 1. Juli wieder an den Schreibtisch. Eigentümer CVC muss ein neues Sparpaket durchsetzen, für Douglas geht es ums jetzt um alles.
  • Höhere Reichweiten, schnellere Ladezeiten und Crash-Sicherheit - der Wettlauf um einen Wunder-Akku, der all diese Eigenschaften vereint, treibt die Hersteller von E-Autos an. Große Hoffnungen liegen dabei auf sogenannten Feststoff-Akkus, wie sie Volkswagen gemeinsam mit dem kalifornischen Start-up Quantum Scape entwickeln will. Mit weiteren bis zu 200 Millionen Dollar will VW seine Beteiligung bei dem US-Batteriespezialisten aufstocken, um sich für die Elektromobilität der übernächsten Generation zu rüsten.
  • Der österreichische Sensorspezialist AMS steht kurz vor dem Vollzug der milliardenschweren Übernahme von Osram. Dabei scheint sich die Furcht vor einer anschließenden Zerschlagung zu bewahrheiten. Die Österreicher ziehen neben der Abstoßung der Digitalsparte offenbar auch einen Verkauf der Autozuliefer-Sparte des Münchener Lichtkonzerns in Erwägung.
  • Siegfried Russwurm, Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp und Voith, soll neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie werden. Der amtierende BDI-Chef Dieter Kempf will ihn der Mitgliederversammlung im November als seinen Nachfolger empfehlen.
  • Nach der Kritik seitens der Bundesregierung mahnt nun auch der Deutsche Reiseverband die Fluggesellschaften an, ihrer Verpflichtung zur Erstattung für Corona-bedingt ausgefallene Flüge nachzukommen. Allein in Deutschland seien Flugtickets im Wert von rund vier Milliarden Euro nicht zurückgezahlt worden.

Was uns heute sonst noch wichtig war:

  • Auch fünf Jahre nach der Aufdeckung Abgasskandals können sich darin verstrickte Volkswagen-Manager außerhalb Deutschlands nicht sicher fühlen. In Kroatien wurde jetzt ein früherer VW-Manager wegen einer möglichen Beteiligung am Betrug bei Audi festgenommen. US-Amerikanische Strafermittler hatten Haftbefehl beantragt, dem 59-Jährigen droht die Auslieferung.
  • Nach wochenlangen Vorbereitungen ging heute die offizielle deutsche Corona-Warn-App des Bundes und Robert-Koch-Instituts an den Start. Die Anwendung soll helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Was die App kann und wie sie funktioniert, lesen Sie hier.
  • By the way: Fehlte es Ihnen in der Nacht an Handyempfang? Das könnte am Ausbau des 5G-Netzes gelegen haben. Bei der Telekom ist dabei ein Fehler passiert, der Teile des Mobilfunknetzes für Stunden lahmlegte.

Meine Empfehlung für den Abend:

Technologieführer: Bancel führt ein Unternehmen, das an der Börse mehr als 24 Milliarden Dollar wiegt.

Technologieführer: Bancel führt ein Unternehmen, das an der Börse mehr als 24 Milliarden Dollar wiegt.

Foto: Adam Glanzman/Bloomberg

Herzlich, Ihre Corinna Scheying

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